15. März 2018

Zwischenbilanz im BUND-Wildkatzenprojekt: 30 Helfer trotzen dem Winterwetter und sammeln Haare von eingeschneiten Lockstöcken

Lockststockkontrolle (Foto: Werner Schmidt)

Das angehängte Foto ist in Verbindung mit dieser Presseinformation und unter Nennung des Fotografen zur Veröffentlichung freigegeben: Lockststockkontrolle (W. Schmidt).

Zur Halbzeit des vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland gestarteten Wildkatzenprojekts gibt es erste Erfolge zu vermelden: 18 Haarproben wurden bereits von den freiwilligen Helfern an den im Wald aufgestellten Lockstöcken gesammelt. Ob es sich dabei wirklich um die Haare von Wildkatzen handelt, wird allerdings erst die genetische Untersuchung zeigen. „Wir hoffen auf viele neue Wildkatzen-Nachweise. Aber schon jetzt ist ein großer Erfolg des Projekts, dass so viele Menschen in der Region für die gefährdeten Tiere aktiv geworden sind,“ freut sich Susanne Schneider, Koordinatorin des Wildkatzenprojekts beim BUND Hessen. „Vor allem im Februar mussten die 30 Freiwilligen Eis und Schnee trotzen und die teils im Tiefschnee stehenden Stöcke untersuchen.“ Die Lockstock-Aktion hat zum Ziel die Wildkatze im Bereich des Naturparks Lahn-Dill-Bergland wissenschaftlich nachzuweisen. Finanziert wird die Untersuchung aus Fördermitteln des Lahn-Dill-Kreises und des Kreises Marburg-Biedenkopf sowie aus Eigenmitteln des BUND und Naturparks.

Noch bis Ende April werden die freiwilligen Helfer, darunter Förster, BUND-Mitglieder sowie naturschutzinteressierte Privatpersonen, die insgesamt 60 Lockstöcke im Bereich des Naturparks Lahn-Dill-Bergland wöchentlich kontrollieren. Die mit Baldrian besprühten Dachlatten ziehen Wildkatzen vor allem im Winter während der Paarungszeit stark an. Beim Reiben am rauen Holz hinterlassen sie Haare, die gesammelt und genetisch analysiert werden. Die Suche nach den feinen hellen Haaren erfordert von den Helfern viel Geduld und ruhige Hände. Um zu vermeiden, dass übersehene Haare am Stock verbleiben und die nächste Kontrolle verfälschen, flammen die Helfer den Lockstock nach jeder Untersuchung ab, bevor sie ihn erneut mit Baldrian einsprühen.

Mit der Lockstock-Methode untersucht der BUND seit vielen Jahren, wie es hessenweit um die Bestände der Wildkatze bestellt ist. Alle Nachweise fließen in eine Gendatenbank ein, anhand derer man z.B. das Wanderverhalten der Katzen sowie mögliche Wanderbarrieren wie Straßen dokumentieren kann. Dass die Wildkatze in den Wäldern des Naturparks Lahn-Dill-Bergland vorkommt, weiß man bereits durch Totfunde und Sichtungen. Durch die Untersuchungen erhofft sich der BUND weitere Erkenntnisse darüber, wie viele Tiere in der Region leben und mit welchen anderen Wildkatzenvorkommen sie vielleicht verwandt sind. Mit ersten Ergebnissen der Genanalyse ist im Herbst dieses Jahres zu rechnen.

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