BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


8. Januar 2018

„Sinnvolle Investition in die Zukunft“ – Die hessischen Naturschutzverbände BUND, HGON und NABU begrüßen den Vorstoß der SPD-Landtagsfraktion für eine neue Ausrichtung der Bewirtschaftung des Staatswaldes

Wald in Hessen (Foto: Niko Martin)

Echzell/Frankfurt/Wetzlar. „Wir freuen uns, dass die SPD einen Vorstoß für mehr Investitionen in die Gemeinwohlfunktionen des hessischen Waldes macht.“ so Oliver Conz, Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). „Schwarzstorch und Schwarzspecht brauchen alte Laubbäume, um große Horste zu bauen oder Höhlen zu zimmern. Davon müssen viele im Wald verbleiben – das bedeutet kurzfristig weniger Ertrag, ist aber für die Natur ein großer Gewinn.“ Hessen hat als wald- und buchenreiches Bundesland eine große europaweite Verantwortung für diese Tierarten. Für den hessischen Landesverband des Naturschutzbund Deutschland (NABU) betont Mark Harthun, Naturschutzreferent des Verbandes, dass mehr Naturschutz und Nachhaltigkeit nicht mit weniger Beschäftigung einhergeht: „Die Beachtung von Naturschutz- und Erholungszielen im Wald ist personalintensiv. Wir brauchen viele gut ausgebildete, motivierte Forstmitarbeitende mit guter Ortskenntnis, die Zeit dafür haben, über die Holzproduktion hinaus den Gemeinwohlauftrag des Staatswaldes auch umzusetzen. Das kostet, ist aber eine sinnvolle Investition in die Zukunft.“ 

Jörg Nitsch, Vorstandssprecher des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Hessen) begrüßt das Bekenntnis der SPD zur FSC-Zertifizierung des Staatswaldes: „Nach dem positiven Votum der SPD zur FSC-Zertifizierung muss die Zertifizierung des Staatswaldes nun rasch zu Ende geführt werden.“ Mit Blick auf die SPD-geführten Kommunen im Land ergänzt Nitsch: „In vielen Kommunen regiert die SPD allein oder in Koalitionen mit Parteien, die ebenfalls eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unterstützen. Hier erwarten wir, dass diese Kommunen dem Beispiel der SPD-geführten Gemeinde Heidenrod und vielen anderen folgen und ihren Kommunalwald ebenfalls nach den Standards des FSC zertifizieren lassen.“

Hintergrund:

Der Vorsitzende der Hessen-SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, hat in einer Pressemitteilung betont, den Landesbetrieb Hessen-Forst aus der „Wirtschaftslogik“ herauslösen und in einen nachhaltigeren Umgang mit dem öffentlichen Wald investieren zu wollen. Wälder bedecken 42 % der hessischen Landesfläche und sind der bedeutendste hessische Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Zugleich ist der Wald wichtiger Naherholungsraum und Arbeitsplatz für viele Beschäftigte. Ein Drittel des hessischen Waldes ist sogenannter Bürgerwald im Staatseigentum (Staatswald), der vom Landesbetrieb Hessen-Forst bewirtschaftet wird. FSC (Forest Stewardship Council) ist eine unabhängige, von Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden gemeinsam getragene Zertifizierung von Holzprodukten und Waldwirtschaft. Die Hälfte des Staatswaldes ist bereits FSC-zertifiziert, um die Fortsetzung der Zertifizierung ist eine öffentliche Diskussion entbrannt.

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Quelle: http://www.bund-hessen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/sinnvolle-investition-in-die-zukunft-die-hessischen-naturschutzverbande-bund-hgon-und-n/