13. Oktober 2017

„Raus aus der Massentierhaltung!“ – Bundesweiter Aktionstag des BUND

Raus aus der Massentierhaltung – Kükenschreddern verbieten (Foto: Niko Martin)

Raus aus der Massentierhaltung – Kükenschreddern verbieten (Foto: Niko Martin)

Raus aus der Massentierhaltung – Keine Reserveantibiotika in der Tierhaltung (Foto: Niko Martin)

Raus aus der Massentierhaltung – Keine Reserveantibiotika in der Tierhaltung (Foto: Niko Martin)

Frankfurt am Main. „Raus aus der Massentierhaltung!“ Mit dieser Botschaft wendet sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit einem bundesweiten Aktionstag an die künftige Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages. Auch Aktive des BUND Hessen setzen sich auf dem Rathenauplatz in Frankfurt am Main teils in Tierkostümen und mit Schildern und Bannern im Rahmen der BUND-Kampagne „Klasse statt Masse“ für eine ökologischere Ausrichtung der Landwirtschaft und einen grundlegenden Umbau der Tierhaltung ein.

„Es ist wichtig, dass die künftige Bundesregierung die vielfältigen Probleme in der Landwirtschaft und in der Nutztierhaltung endlich angeht. Viele Umweltprobleme wie die hohe Nitratbelastung von Böden und Gewässern und der Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft hängen mit dem System der Massentierhaltung zusammen. Der Umbau der Tierhaltung muss in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden“, fordert Julia Beltz, Vorstandssprecherin des BUND Hessen.

Der BUND erwartet von der künftigen Bundesregierung ein Umsteuern in der Agrarpolitik, weg vom System der Intensivtierhaltung hin zu mehr Tierschutz, ökologischer Bewirtschaftung und Qualität“, sagt Julia Beltz. So müsse unter anderem das Töten männlicher Küken spätestens ab Anfang 2019 verboten werden. Außerdem sei ein Verbot der Nutzung von Reserveantibiotika in der Tierhaltung nötig.

Die BUND-Vorstandssprecherin forderte zudem eine klare Kennzeichnung von tierischen Lebensmitteln: „Wer kein Fleisch aus Massentierhaltung kaufen will, muss eindeutig erkennen können, wie die Tiere gehalten wurden. Dazu ist eine eine klare Haltungskennzeichnung in Anlehnung an den Zahlencode für die Eierproduktion erforderlich“.
Die Kennzeichnungspflicht von Eiern habe dafür gesorgt, dass fast nur noch Eier aus artgerechterer Haltung gekauft würden und solche von Hühnern aus Käfighaltung fast vollständig vom Markt verdrängt wurden.

„Bei einer klaren Kennzeichnung würden sich viele Menschen bewusst für mehr Tierschutz entscheiden“, so Julia Beltz mit Verweis auf eine repräsentative aktuelle Forsa-Umfrage des BUND. Bei der Umfrage sprachen sich mehr als zwei Drittel der Befragten dafür aus, strengere Vorschriften zur artgerechteren Haltung von Nutztieren wie Schweinen oder Hühnern einzuführen. Außerdem befürworteten vier von fünf Befragten eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für alle tierischen Lebensmittel, die zeigt, wie die Tiere gehalten wurden. Ebenso viele Befragte waren für ein Verbot des Einsatzes von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung.

Weitere Informationen

Pressekontakt:

Julia Beltz, Vorstandssprecherin BUND Hessen
Julia.beltz@bund-hessen.de