BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


8. Februar 2019

Naturschutz im Wald: Im Reinhardswald entsteht ein Urwald für morgen – BUND begrüßt Naturwaldplanung für den Reinhardswald

25 Waldschutzgebiete fur Hessen / Ausschnitt Titelblatt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Naturwaldplanung für den Reinhardswald, die heute, am 08.02.2019, im Forstamt Reinhardshagen vorgestellt werden soll. Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Die Naturwaldplanung der Landesregierung wird die ökologische Bedeutung des Reinhardswaldes in den kommenden Jahren deutlich steigern und damit die Chancen für einen naturverträglichen Tourismus verbessern.“ Die Landesregierung plant im Reinhardswald die bestehende Naturwaldfläche von 449 Hektar auf 1.056,7 Hektar zu erweitern. Die Schutzbemühungen gehen auf einen Vorschlag zurück, den der BUND zusammen mit den anderen großen deutschen Naturschutzverbänden im Frühjahr 2018 vorgelegt hatte. 

Die Erweiterung des Naturwaldgebietes „Reinhardswald“ ist Teil des Konzeptes der Landesregierung 10 % des Staatswaldes aus der Nutzung zu nehmen und als Naturwälder zu schützen. Positiv ist für den BUND hierbei auch, dass Naturwälder mit einer Größe von 100 Hektar und mehr als Naturschutzgebiete ausgewiesen und damit auch einen hohen rechtlichen Schutz erhalten sollen. Die Landesregierung hatte sich in der zurückliegenden Legislaturperiode dem Ziel der Bundesregierung aus dem Jahr 2017 angeschlossen, dass in Deutschland 5 % der Waldfläche aus der Nutzung genommen und zu Naturwäldern entwickelt werden sollen.

In einer Naturwaldfläche wird die forstliche Bewirtschaftung eingestellt und der Wald kann sich von diesem Zeitpunkt ganz ohne Zutun des Menschen natürlich entwickeln. Die Ausweisung solcher Naturwälder dient dem Artenschutz, dem umfassenden Ökosystemschutz und ist auch für den Klimaschutz sinnvoll. In den Naturwäldern erhalten die vielen Altholz- und Totholzspezialisten in der Tierwelt den nötigen Lebensraum, denn anders als im Wirtschaftswald bleiben alle alten Bäume stehen bis sie morsch werden und zusammenbrechen. Dieser Prozess des Wachsens und Weichens stabilisiert die Stoffkreisläufe und schafft im Verlauf der Jahre Kleinstrukturen und ökologische Nischen, die man so im Wirtschaftswald nicht findet. In Naturwäldern vollzieht sich außerdem eine ganz natürliche Anpassung an die Klimaerwärmung. Wie sich das Artenspektrum in ihnen verändert und ob es durch Stürme zu größeren Windwürfen kommt, lässt sich heute nicht vorhersehen. Sicher ist aber, dass der vorhandene Baumbestand und vor allem der Boden Jahr für Jahr Kohlendioxid speichert und der Naturwald damit dem Klimaschutz dient.

Das Konzept der Naturschutzverbände „Land der Naturwälder – 25 Waldschutzgebiete für Hessen“ finden Sie hier: http://www.bund-hessen.de/25-Waldschutzgebiete (PDF; ca. 8 MB)

Pressekontakt:

Thomas Norgall, stellv. Landesgeschäftsführer/Naturschutzreferent   0170 22772381


Quelle: http://www.bund-hessen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/naturschutz-im-wald-im-reinhardswald-entsteht-ein-urwald-fuer-morgen-bund-begruesst-naturwaldpl/