14. Juli 2017

Landschafspflegeverbände (LPV): Gemeinsam gegen das Artensterben

Trockenwiese (Foto: Niko Martin)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Initiative der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Grüne) zur Stärkung der Naturschutzarbeit durch Landschaftspflegeverbände (LPV). BUND Vorstandssprecher Jörg Nitsch: „Landschaftspflegeverbände haben sich in ganz Deutschland als wichtige Motoren zur Stärkung der Naturschutzarbeit vor Ort erwiesen“.

Landschaftspflegeverbände sind nach den Erfahrungen des BUND dann besonders effektiv, wenn sie die Kräfte und Möglichkeiten von ehrenamtlicher Naturschützern, Landwirten, Kommunen und die der Naturschutz- und Landwirtschaftsverwaltungen zusammenführen.“

Wichtig ist für den BUND, dass sich insbesondere Landwirte und Naturschützerinnen und Naturschützer über die Zusammenarbeit im Landschaftspflegeverband kennenlernen und ihre Möglichkeit zur Zusammenarbeit vollständig ausschöpfen. „Das Artensterben auf den Feldern und Wiesen schreitet mit Riesenschritten voran. Da ist es wichtig, dass wir in Hessen, wo immer es geht, zum Wohle der Natur zusammenarbeiten und dass wir die europäischen Haushaltsmittel für Naturschutzmaßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft optimal nutzen“, sagt Jörg Nitsch vom BUND.

Hintergrundinformationen:

Die Idee der Landschaftspflegeverbände entstand 1986 in Mittelfranken und im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Von dort breitete sie sich zunächst in andere Teile Bayerns, nach Hessen und Thüringen und dann in die anderen Bundesländer aus. Inzwischen bestehen 140 Landschaftspflegeverbände in 13 Bundesländern. Vielerorts sind neue Verbände in der Gründungsphase. Landschaftspflegeverbände sind freiwillige Zusammenschlüsse von Naturschutzverbänden, Landwirten und Kommunalpolitikern. Das Neue an den Verbänden ist aber nicht dieses Ziel, sondern der Weg: Die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wirken gleichberechtigt zusammen; im Vorstand sind sie jeweils mit der gleichen Anzahl an Personen vertreten. Diese sogenannte „Drittelparität” aus Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen schafft Vertrauen und fördert den praktischen Erfolg der Arbeit.

Nach mehrjähriger Lobby-Arbeit des BUND Hessen wurden die Landschaftspflegeverbände mit Drittelparität aus Kommunen, Landwirten und Naturschutzverbänden 1994 im Hessischen Naturschutzgesetz verankert. Leider wurde die Passage bei späteren Gesetzesnovellen wieder gestrichen. 

Pressekontakt:

Thomas Norgall stellv. Landesgeschäftsführer/Naturschutzreferent   0170 22772381