17. Januar 2018

K+S – Inbetriebnahme der KKF-Anlage – Noch keine Verbesserung für Werra und Weser

Die heute in Betrieb gehende KKF-Anlage bedeutet noch keine ökologische Verbesserung für Werra und Weser, denn die Grenzwerte für die maximalen Salzkonzentrationen bleiben selbst bei reduzierten Einleitungsmengen aus der Kaliproduktion unverändert. „Die Entsorgungsproblematik bleibt ungelöst“, stellt Jörg Nitsch der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fest.

Der BUND erinnert daran, dass erst kürzlich die bereits beschlossene Absenkung der Grenzwertefür die Salzkonzentration zurück genommen wurde, und erneuert seine Forderung, die Salzeinleitung in die Werra so schnell wie möglich zu beenden und die nicht verwertbaren Feststoffe unter Tage abzulagern. Die von K+S vorangetriebenen Pläne zum Bau einer Salzpipeline, um Salzabwasser statt in die Werra ab 2021 in die Oberweser an der hessischen Landesgrenze einzuleiten, lehnt der BUND ebenso ab, wie die Vergrößerung der Rückstandshalde Hattdorf, für die 72 Hektar Wald gerodet werden sollen. Unklar ist bisher, wie groß die Menge zusätzlicher fester Rückstände aus dem Betrieb der KKF-Anlage ist, die aufgehaldet werden müssen.

Im geplanten Wachstum der Salzhalden sieht der BUND eine tickende Zeitbombe für die Gewässerreinhaltung. Denn je größer die Halden werden, desto größer wird auch die Salzmenge, die die Niederschläge aus den Halden als Salzwasser ausspülen, und die in die Werra eingeleitet werden muss. Bereits in einigen Jahren droht die Salzabwassermenge aus den Halden größer zu werden als die Salzabwassermenge, die bei der Kaligewinnung selbst anfällt. Dabei sind Salzhalden Ewigkeitslasten, die von den Niederschlägen nur langsam aufgelöst werden und für über 1.000 Jahre die Gewässer belasten. Gleichwohl sehen die bisherigen Planungen vor, das Haldenvolumen bis zum Erschöpfung der Kalilagerstätte im Werra-Revier im Jahr 2060 zu verdoppeln.

Hintergrund:

„K+S wird bis Ende 2017 eine weitere Aufbereitungsanlage, eine Anlage zur Kainit-Kristallisation mit anschließender Flotation (KKF-Anlage) am Standort Hattorf errichten und in Betrieb nehmen. Mit dieser Anlage wird das Ziel verfolgt, die Salzabwassermenge aus der Produktion ab 2018 um weitere 1,5 Mio. m3/a zu reduzieren. Zugleich ermöglicht die KKF-Anlage die Rückgewinnung von zusätzlichen Wertstoffen aus dem Salzabwasser. Es werden an zusätzlich verkaufsfähigen Produkten ca. 130.000 Tonnen Kaliumchlorid pro Jahr und ca. 130.000 Tonnen Magnesiumsulfat pro Jahr erwartet.“ http://www.fgg-weser.de/gewaesserbewirtschaftung/handlungsfelder/salz/massnahmen/masterplan-salzreduzierung/kainit-kristallisations-flotations-anlage-kkf 

Pressekontakt:

Thomas Norgall stellv. Landesgeschäftsführer/Naturschutzreferent  0170 22772381