12. Oktober 2018

Haldenerweiterung ökologisch nicht zu rechtfertigen

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Genehmigung der Haldenerweiterung Hattorf in Osthessen ökologisch nicht zu rechtfertigen und negativ zu bewerten, weil damit die bestehenden ökologischen Ewigkeitslasten aus dem Kalibergbau noch größer werden. Der Genehmigungsbescheid zur Haldenerweiterung wurde dem BUND Hessen heute früh zugestellt. Eine Bewertung ist deshalb bisher nur sehr eingeschränkt möglich. Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen und stellvertretender Vorsitzender des BUND Bundesverbandes kündigte eine genaue Prüfung des Planfeststellungsbeschlusses an.

Haldenerweiterungen stellen eine schwere und politisch inakzeptable Belastung für künftige Generationen dar.

Da die Niederschläge das Salz aus den Halden herauslösen, vergrößert jede Haldenerweiterung die Menge der zu entsorgenden salzhaltigen Haldenabwässer. Dieser Prozess hält an, bis eine Halde vollständig aufgelöst ist. Diese Auflösung dauert bei den herrschenden Niederschlägen weit über 1.000 Jahre. Halden sind deshalb „Ewigkeitslasten“. Da die Haldenabwässer über die Werra entsorgt werden müssen, verstärkt jede Haldenerweiterung die Gewässerbelastung und verringert die Möglichkeiten, die Belastung zu reduzieren.

Positiv kann man festhalten, dass die genehmigte Fläche mit 27 Hektar deutlich geringer ausfällt als die beantrage Fläche, die einen Umfang von 72 Hektar hatte. Offenbar werden die Anträge auf Haldenerweiterungen heute vom RP Kassel kritischer geprüft als früher.

Der BUND wird sich weiter dafür einsetzen, dass die Abfälle aus dem Kalibergbau verwertet oder in den Kalibergwerken entsorgt werden.

Rückfragen beantwortet:

Thomas Norgall, stellv. Landesgeschäftsführer des BUND Hessen:   0170 2277238