23. Januar 2019

Geplantes REWE-Logistikzentrum in Wölfersheim / Verwaltungsgericht Gießen weist Klage des BUND gegen die Zielabweichung vom Regionalplan Südhessen als unzulässig ab / „Wir sind enttäuscht, aber nicht entmutigt“

Das Verwaltungsgericht Gießen hat in der heutigen mündlichen Verhandlung die Klage des hessischen Landesverbandes des BUND gegen die Zielabweichung vom Regionalplan Südhessen als unzulässig abgewiesen. Mit seiner Klage hatte der Umweltverband beabsichtigt, das geplante REWE-Logistikzentrum in Wölfersheim zu verhindern.

Mit der Zielabweichung wird das bestehende Vorranggebiet für eine rein landwirtschaftliche Nutzung in ein Vorranggebiet für Industrie und Landwirtschaft umgewandelt, um so eine erste planerische Voraussetzung für das Logistikzentrum zu schaffen.

Werner Neumann, Landesvorstandsmitglied im BUND: „Die Entscheidung des Gerichts enttäuscht uns, aber sie entmutigt uns nicht, weil sie mögliche weitere juristische Schritte nicht verhindert. Wir werden nun gemeinsam mit unseren Partnern im Bündnis Bodenschutz Wetterau prüfen, ob und welchen weiteren Klageweg wir beschreiten, um ein Logistikzentrum zu verhindern, für das 30 ha bester, bislang landwirtschaftlich genutzter Böden versiegelt und damit unwiderruflich zerstört werden sollen.“

Der Widerstand gegen das Projekt sei auch vor Ort sehr groß, teilte der BUND mit. So sind mehr als 1000 Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern gegen den zweiten Planungsschritt, der Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans, erhoben worden.

Noch bis zum 1. Februar 2019 können gegen den dritten Planungsschritt, das ist der von der Gemeinde Wölfersheim aufgestellte Entwurf des Bebauungsplans „Logistikpark Wölfersheim A 45“, Einwendungen erhoben werden.

Werner Neumann: „Wir appellieren an die REWE-Verantwortlichen, aber auch an die Stadt Wölfersheim, endlich anzuerkennen, dass ihr Projekt an dieser Stelle nicht akzeptiert wird, weil es zu massiven Auswirkungen für Landwirte und unmittelbar von Lärm und Abgasen betroffene Grundstückseigentümer sowie die benachbarte Gemeinde Echzell kommen wird. Der bedrohte, auch kulturhistorisch besonders wertvolle Boden sollte besser wie ein Weltkulturerbe behandelt werden und nicht für ein Logistikzentrum unter Beton und Asphalt verschwinden.“

Rückfragen:

Dr. Werner Neumann, BUND-Landesvorstandsmitglied, 0172 6673815