16. November 2017

Flughafen Kassel-Calden: Millionengrab schließen, Fehlplanung sofort korrigieren!

Millionengraben Kassel-Calden / Airport Kassel (Grafik: Niko Martin)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert von der Landesregierung, das Millionengrab Flughafen Kassel Calden sofort zu schließen. Er reagiert damit auf einen aktuellen internen Prüfbericht, in dem der Landesrechnungshof auch längerfristig von einem weiteren Subventionsbedarf in Millionenhöhe ausgeht. Thomas Norgall, stellvertretender Landesgeschäftsführer des BUND: „Die Landesregierung sollte die Fehlplanung schnellstens korrigieren. Die Rückstufung zum Verkehrslandeplatz ist überfällig.“

Nach einem Bericht in der heutigen FAZ erwartet der Rechnungshof für den Betrieb des Flughafens Kassel-Calden in den nächsten Jahren eine deutliche Steigerung der Subventionssumme auf dann 326 Millionen Euro und selbst für den Fall positiver Jahresergebnisse müsste das Land, so der Rechnungshof, ein strukturelles Defizit von fünf Millionen Euro jährlich aufbringen. Die optimistischen Äußerungen der Flughafengeschäftsführung und von SundAir über geplante neue Angebote im kommenden Sommer können vor diesem Hintergrund nur als Beeinflussungsversuche in Richtung Landesregierung gesehen werden.

Der BUND sieht sich in seiner jahrelangen Kritik an dem Vorhaben bestätigt. Er war mit seiner Klage gegen den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden gescheitert, weil die Gerichte den viel zu optimistischen Ausbauprognosen vertraut hatten. Nun zeigt sich, dass die Kritik des BUND berechtigt und der Ausbau eine Fehlplanung war.

Hintergrundinformation:

Auszüge aus dem Koalitionsvertrag vom 23.12.2013 von CDU und B90/Grünen zu Kassel-Calden

„Flughafen Kassel-Calden

  • Die Koalitionspartner vertreten zur Notwendigkeit des abgeschlossenen Neubaus des Flughafens Kassel-Calden gegensätzliche Positionen, an denen sie auch jeweils festhalten. Unbeschadet dessen vereinbaren sie folgende Eckpunkte zum künftigen Umgang mit der Landesbeteiligung an dem Flughafen:
  • Im Jahr 2017 wird die Entwicklung des Flughafens seit seiner Inbetriebnahme umfassend evaluiert. Dabei wird nicht nur die Erreichung der vorgenannten Ziele zur Reduzierung des Defizits, sondern die dann absehbare Entwicklungsperspektive des Flughafens kritisch überprüft. Sollte diese Evaluierung nicht zu einem positiven Ergebnis kommen, wird ausdrücklich keine mögliche Maßnahme ausgeschlossen.”

Pressekontakt:

Thomas Norgall stellv. Landesgeschäftsführer/Naturschutzreferent   0170 22772381