25. September 2019

BUND-Kommentar: Inlandsflugreisen

Flugzeug in der Luft (Foto: Lynn Anders)

Der Geschäftsführer des BUND in Hessen, Michael Rothkegel, kommentiert Aussagen des CDU-Landtagsabgeordneten, Heiko Kasseckert, zum Antrag der Linksfraktion, dass Inlandsflugreisen von Mitarbeiter*innen des Landes nicht mehr genehmigungs- und erstattungsfähig sein sollen:

„Herr Kasseckert hat leider nicht verstanden, dass es aus Klimaschutzgründen zwingend erforderlich ist, auf Inlandsflüge zu verzichten. Bereits im Jahr 2014 haben wir mit einer Studie gezeigt, dass rund 28.000 Kurzstreckenflüge am Frankfurter Flughafen mit drei Millionen Passagieren ohne Komfortverzicht auf die Schiene verlagert werden können. Sein Argument, es müsse berücksichtigt werden, dass die Reiselänge mit der Dauer eines Termins in einem angemessenen Verhältnis stehe oder wie häufig ein Umstieg – mit entsprechenden Wartezeiten – erforderlich sei, ist ein Ablenkungsmanöver, das allein dazu dient, das eigene Verhalten nicht ändern zu müssen.
Denn legt man die gesamte Reisezeit zugrunde und nicht nur die reine Flugzeit, dann zeigt sich, dass viele innerdeutsche Ziele mit der Bahn zeitgleich oder auch schneller erreichbar sind. Als Beispiel seien folgende Verbindungen genannt:

  • Frankfurt-Hannover:
    Der ICE braucht bei der schnellsten Verbindung 2:19 Stunden. Mit dem Flieger dagegen ist man insgesamt zweieinhalb Stunden unterwegs.
  • Frankfurt-München:
    Der ICE benötigt 189 Minuten, mit dem Flugzeug dauert es hingegen 21 Minuten länger.

Um Herrn Kasseckert zu antworten: Die Politik tut gut daran, endlich ernsthaft alle Möglichkeiten zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu ergreifen. Dazu gehört neben den geplanten CO2-Kompensationszahlungen zwingend ein Verbot von innerdeutschen Flügen bei einer Reisezeit von weniger als 4 Stunden. Durchsichtige Ablenkungsmanöver helfen dem Klima nicht.“ 

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Lynn Anders
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