4. Juni 2018

BUND fordert Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltprüfung – Sicherheitsrisiken der Einlagerung neuer Castoren in das Zwischenlager Biblis werden ignoriert!

Castor-Zwischenlager-Nutzung nicht ohne Umweltverträglichkeitsprüfung! (Grafik: Niko Martin)

Der BUND Landesverband Hessen e.V. hat sich gegenüber dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) dafür ausgesprochen, die geplante Einlagerung von Castoren des Typs CASTOR® HAW28M aus der Aufbereitungsanlage Sellafield erst dann durchzuführen, wenn die Sicherheit der Lagerung im Standortzwischenlager in Biblis in einem Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und Beteiligung der Öffentlichkeitnachgewiesen wurde.

Der BUND widerspricht damit der Auffassung des Bundesamtes, das in einer Vorprüfung eine UVP-Pflicht ablehnt.

Dr. Werner Neumann, Mitglied im Landesvorstand des BUND Hessen: „Es ist ein Skandal, dass diese neue staatliche Behörde die Gefahren, die von den Castor-Behältern ausgehen, nicht sieht oder sehen will. Nicht nur, dass das Zwischenlager am AKW Biblis für diese Art von Castor-Behältern gar nicht genehmigt wurde, RWE und BfE geben selbst zu, dass es in Biblis keine sichere Reparaturmöglichkeit gibt, falls es zu Undichtigkeiten kommt.“

Ohne eine solche Reparatur dürfen die Castoren aber nicht mehr transportiert werden, wenn es zu Undichtigkeiten kommt. Diese Castoren könnten also eine Einlagerungsgenehmigung erhalten, obwohl ungeklärt ist, ob sie das Lager auch wieder verlassen können.

Guido Carl, stellvertretender Vorsitzender des BUND Hessen:„Der Umgang mit dem Atommüll erweist sich als Sackgasse, an deren Ende es keine Möglichkeit zum Wenden gibt“.

Das Risiko werde nun den Bewohnern der umliegenden Kommunen zugemutet. Ein Ende der Zwischenlagerung in Biblis sei ohnehin auch nach dem Ende der Genehmigung im Jahr 2046 nicht absehbar. Eine Zwischenlagerung von Atommüll, die sich aufgrund falscher Entscheidungen zu einem Dauerzustand entwickelt, lehnt der BUND ab. Vielmehr sei nun eine neue Überprüfung der Sicherheit der Zwischenlager in einem öffentlichen Verfahren geboten.

Ab dem nächsten Jahr würde das Lager ohnehin in die Verantwortung der staatlichen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH übergehen. Da sollte es selbstverständlich sein, dass die Öffentlichkeit breit und transparent beteiligt und informiert wird.

Rückfragen 

  • Dr. Werner Neumann, BUND Landesvorstandsmitglied: 0172 6673815
  • Michael Rothkegel, BUND Geschäftsführer: 069 677 376 12



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