17. Januar 2018

Auf der Suche nach der Wildkatze im Naturpark Lahn-Dill-Bergland – BUND sucht Helfer für die Lockstockkontrolle

Vorbereitung des Locksstocks (Foto: Harald Hoppe/BUND)

Die Fotos sind in Verbindung mit dieser Presseinformation und unter Nennung des Fotografen zur Veröffentlichung freigegeben: Vorbereitung des Locksstocks (Foto: Harald Hoppe/BUND) (in höherer Auflösung herunterladen)

Katze am Lockstock (Foto: B. Hennemuth)

Katze am Lockstock (Foto: B. Hennemuth) (in höherer Auflösung herunterladen)

Für sein Wildkatzenprojekt im Naturpark Lahn-Dill-Bergland sucht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland Menschen, die sich bei der Kontrolle der so genannten Lockstöcke aktiv einbringen möchten. Hintergrund ist eine Lockstock-Aktion, mit der in diesem Winter im Naturpark Lahn-Dill-Bergland nach der scheuen Waldbewohnerin gesucht werden soll. „Die mit Baldrian besprühten Holzpflöcke locken umherstreifende Tiere fast magisch an. Beim Reiben am rauen Holz hinterlassen sie Haare. Eine genetische Analyse zeigt anschließend genau, wer dort am Lockstock war“ erklärt BUND-Wildkatzenexpertin Susanne Schneider.

„Es wurden bereits an vielen Stellen in der Region mögliche Wildkatzen beobachtet, ein handfester Nachweis fehlt aber noch. Vielleicht kommen wir der gefährdeten Art nun mithilfe der Lockstöcke gemeinsam auf die Spur“ hofft Marion Klein, Geschäftsführerin beim Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Auch die Forstämter Biedenkopf, Herborn und Wetzlar unterstützen die Aktion tatkräftig.

Für die Kontrolle der 60 Lockstöcke in einem 600 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet werden nun noch Helferinnen und Helfer in den Bereichen rund um Herborn, Bischoffen, Hohenahr, Haiger, Dillenburg, Eschenburg, Biedenkopf, Dautphetal und Steffenberg gesucht. Ideal für Familien, Schulklassen, aber auch Einzelpersonen, die gerne an der frischen Luft sind und sich obendrein aktiv in einem tollen Naturschutzprojekt engagieren möchten. In einer Schulung, die am 24. Januar 2018 in Bad Endbach stattfinden wird, bekommen interessierte Personen nicht nur viel Wissenswertes zur Wildkatze vermittelt, sondern lernen auch, worauf es bei der Kontrolle der Lockstöcke ankommt. Dazu Susanne Schneider: „Der Ablauf der Kontrollen ist denkbar einfach und für jeden schnell erlernbar. Wir freuen uns darauf, viele neue Wildkatzenfreunde kennen zu lernen.“ Nach Ende des Untersuchungszeitraums wird es dann spannend für die Lockstockkontrolleure: Hat sich auch wirklich eine Wildkatze an ihrem Stock gerieben? Dies zeigt dann die genetische Untersuchung der abgesammelten Haare. Die Kontrollen werden vom Naturparkbetreuer Markus Scheidt (Hessen Forst) koordiniert und sollen in der Zeit von Februar bis April alle sieben bis zehn Tage erfolgen.

Interessenten melden sich bitte bis zum 23. Januar bei Susanne Schneider: Tel. 069 677376 16 oder E-Mail: susanne.schneider@bund-hessen.de.

Hintergrund

Noch vor wenigen Jahrhunderten streifte die heimische Wildkatze durch fast ganz Deutschland, bis sie durch starke Bejagung in vielen Gebieten ausgerottet wurde. Auch der Naturpark Lahn-Dill-Bergland war einige Zeit nicht durch die Wildkatze besiedelt. Heute breitet sich die anspruchsvolle Waldbewohnerin langsam wieder aus. Der BUND erforscht bereits seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Art. Übergreifendes Ziel ist die Schaffung eines Waldverbundes durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald.

Mehr unter: www.bund-hessen.de/wildkatze

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