17. Mai 2017

Atomkraftwerke in Biblis abreißen – aber sicher! BUND erhebt Verbandsklage gegen die Abrissgenehmigung des Umweltministeriums

Symbolfoto AKW Biblis mit Radioaktiv-Flatterband (Foto: Niko Martin)

Der hessische Landesverband des BUND begrüßt, dass das Hessische Umweltministerium den Start zum Abriss der AKW Blöcke A und B in Biblis gegeben hat.

Dennoch hat der BUND fristgerecht Klage gegen die Genehmigung des Umweltministeriums zur Stilllegung und zum Abbau von Anlagenteilen des Kernkraftwerkes Biblis, Block A, vom 30. März 2017 vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof erhoben, weil nach seiner Auffassung der Abriss ohne ausreichende Transparenz erfolgt und nicht sichergestellt ist, dass der höchstmögliche Schutz der Bevölkerung vor zusätzlicher radioaktiver Belastung gewährleistet wird.

Dr. Werner Neumann, Landesvorstandsmitglied und energiepolitischer Sprecher des BUND: „Der gesamte Abriss des AKW Biblis wird in einem Zeitraum von voraussichtlich mehr als 15 Jahren stattfinden. Die erteilte Abrissgenehmigung lässt im Unklaren, welche Maßnahmen durch RWE Power bei weiteren Abrissphasen geplant sind. Insbesondere wollen wir durch unsere Klage erreichen, dass für die weiteren Abbauschritte ebenfalls Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden. Die Öffentlichkeit muss immer wissen, welche Gefahren bei den einzelnen Abbauschritten entstehen können und mit welchen Maßnahmen diesen begegnet werden soll.“

Beim Abriss des Atomkraftwerks werden nach Angaben des BUND große Mengen radioaktiven Abrissmaterials entstehen, die mittels „Freigabe“ nach Strahlenschutzverordnung als nicht radioaktiv umdeklariert in Deponien, Müllverbrennungsanlagen in Südhessen landen oder als „Recyclingmaterial“ in Alltagsgegenständen unkontrollierbar verteilt werden.

Werner Neumann: „Wir wollen dafür sorgen, dass diese „Freigabe“ unterbleibt und klagen vor Gericht ein, dass grundlegende Reformen im Strahlenschutz erforderlich sind, um den Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Belastung zu gewährleisten. Notwendig ist die Senkung der unzureichenden und mangelhaften Strahlenschutzgrenzwerte um den Faktor 10, da Radioaktivität viel gefährlicher ist, als dies offiziell behauptet wird.“

Der BUND Hessen hat seit seiner Gründung vor 40 Jahren gegen das AKW Biblis gekämpft. Doch mit dem Abriss seien die strahlenden Probleme noch lange nicht zu Ende. In Biblis lagern Brennelemente in einem unsicheren Zwischenlager. Bundesweit soll nun eine „End“-Lagersuche beginnen. Der gefährlich strahlende Fluch der Atomenergie wirke noch lange weiter.

Hintergrundinformationen

Laden Sie sich Hintergrundinformationen zur Klage des BUND Hessen gegen die Genehmigung zum Abriss und zur Stilllegung Block A des AKW Biblis (pdf, ca. 80 KB) herunter.

Rückfragen:

Dr. Werner Neumann, 0172 667 3815




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