17. April 2018

Frühlingserwachen auf dem Wildkatzenpfad / Morgendliche Exkursion führt durch den Wildkatzenlebensraum am Winterstein

Sonnenaufgang auf dem Wintersteinturm (Foto: Uwe Steib)

Die Fotos sind in Verbindung mit dieser Pressemitteilung unter Nennung des Fotografen zur Veröffentlichung freigegeben (Fotos: Uwe Steib). Bild 1: Sonnenaufgang auf dem Wintersteinturm

Susanne Schneider vom BUND Hessen bringt der Gruppe die Wildkatze näher (Foto: Uwe Steib)

Bild 2: Susanne Schneider vom BUND Hessen bringt der Gruppe die Wildkatze näher

FRANKFURT/OBER-MÖRLEN. Zwanzig Frühaufsteherinnen und Frühaufsteher fanden sich am vergangenen Sonntag zu früher Stunde zusammen, um gemeinsam mit Taunus-Naturparkführer Michael Mohr und Susanne Schneider vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Wildkatzenpfad am Winterstein bei Ober-Mörlen zu erkunden. Noch in der Dunkelheit und mit Taschenlampen bewaffnet folgte die Gruppe vorsichtig dem abwechslungsreichen Pfad bis hinauf zum Wintersteinturm. Unterwegs lauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Vogelstimmenkonzert, in das mit zunehmender Helligkeit immer mehr Vogelarten einstimmten und den anbrechenden Tag ankündigten. Oben angekommen wurde der Aufstieg, trotz Wolken, mit einem schönen Sonnenaufgang und tollen Blick in die Wetterau und bis nach Frankfurt belohnt.

Hier und entlang der verschiedenen Stationen des Wildkatzenpfads erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel über die Wildkatze und ihren Lebensraum am Winterstein. „Die Wildkatze ist keine entlaufene Hauskatze, sondern ein Wildtier, das schon seit Jahrtausenden bei uns in Mitteleuropa lebt“, erklärte Susanne Schneider. „Man erkennt sie besonders gut an den schwarzen Ringen am Schwanz und dem dünnen Aalstrich auf dem Rücken.“ Eine sichere Unterscheidung zwischen Wild- und Hauskatze sei aber nur durch eine genetische Analyse, zum Beispiel der Haare, möglich. An Haare der Wildkatze gelangt man mit der so genannten Lockstock-Methode, bei der mit Baldrian besprühte Stöcke im Wald aufgestellt werden. Die Wildkatze reagiert auf den Baldrian und reibt sich am Stock, wodurch Haare haften bleiben. Diese werden abgesammelt und im Senckenberg Institut in Gelnhausen genetisch analysiert. Auch am Winterstein hat der BUND gemeinsam mit dem Forstamt Weilrod im Jahr 2016 mithilfe von Lockstöcken nach der Wildkatze geforscht. Mit Erfolg: vier Wildkatzen rieben sich an den Stöcken. Dass das Gebiet am Taunusrand durch die Wildkatze besiedelt ist, wurde schon lange vermutet. „Der wissenschaftliche Nachweis fehlte aber“, so Schneider.

Nach gut drei Stunden und sieben Kilometern war die Exkursion wieder am Ausgangspunkt angekommen. Zwar konnte außer den in den Bäumen versteckten Cortenstahl-Wildkatzen erwartungsgemäß keines dieser heimlich lebenden Tiere beobachtet werden. Das Fazit fiel trotzdem positiv aus: „Zu dieser frühen Stunde herrscht eine ganz besondere Stimmung im Wald. Die Wanderung war ein tolles Erlebnis und ich habe viel Neues gelernt“, schwärmte eine Teilnehmerin. 

Hintergrundinfos zum Wildkatzenpfad

In Zusammenarbeit mit dem HessenForst Forstamt Weilrod und dem Naturpark Taunus hat der BUND im Jahr 2012 das rund sieben Kilometer lange WILDKATZEN-Walderlebnis eröffnet. Auf einer landschaftlich sehr schönen Wegstrecke gibt es an zehn Stationen für Groß und Klein von B wie "Barfußpfad" bis S wie "sprechende Bushaltestelle" eine Menge zu erleben und zu entdecken. Der Pfad entführt Besucherinnen und Besucher in die Welt der Wildkatzen und informiert spielerisch über die Themen Waldverbund, Landschaftszerschneidung und die Gefahren im Leben einer Wildkatze.

Mehr Infos unter http://www.bund-hessen.de/wildkatze 

Rückfragen:

Susanne Schneider, BUND Hessen Managerin Naturschutzprojekte, susanne.schneider@bund-hessen.de 
Telefon: 069 677376-16