22. November 2016

Ein Sprachrohr für die bedrohte Wildkatze – BUND bildet Wildkatzenbotschafterinnen und -botschafter in Oberursel aus

Wildkatze (Foto: Marlis Zimmermann)

FRANKFURT/OBERURSEL. „Der scheuen Wildkatze eine Stimme geben“: Unter diesem Motto bildet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Interessierte zu Wildkatzenbotschaftern aus. Bei einem Seminar im Taunus-Informationszentrum in Oberursel konnten sich 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Anleitung von Susanne Schneider, Projektkoordinatorin des Wildkatzenprojekts beim BUND Hessen, umfassendes Wissen zur Wildkatze aneignen oder bereits vorhandenes vertiefen. Workshops zum aktiven Wildkatzenschutz und eine Exkursion in den umliegenden Wald rundeten den Tag ab.

„Uns freut es sehr, dass viele Wander- und Naturparkführerinnen und -führer aus dem Taunus, Vogelsberg und dem Odenwald an dem Seminar teilnehmen. Gerade sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Natur und Umwelt können das Thema wunderbar aufgreifen und vielen Menschen von der Wildkatze erzählen“, sagt Susanne Schneider und erklärt: „Die Wildkatze ist bei uns in Hessen immer noch eine seltene Tierart. Deshalb ist es wichtig, den kleinen „Tiger“ bei der Bevölkerung bekannt zu machen – denn man kann schließlich nur das schützen, was man auch kennt“. Ein besonderer Fokus des Seminars liegt daher auf der Umweltbildung und der Nutzung des  Bildungspakets des BUND rund um die Themen Wildkatze und Waldverbund. Denn die flauschige Wildkatze eignet sich besonders gut, um vor allem Kindern komplexe Themen wie Biodiversität und Biotopverbund näher zu bringen.

„Auch im Naturpark Taunus ist die Wildkatze wieder heimisch geworden“, freut sich Taunus-Naturparkführer Michael Mohr. „Daher werde ich in Zukunft bei meinen Touren gerne mehr über die heimliche Waldkatze erzählen und die Menschen für die Art und deren Schutz begeistern.“

Die Wildkatze hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland weiter ausgebreitet. Auch in den waldreichen Gebieten Hessens wie unter anderem dem Taunus, Rothaargebirge, Kellerwald und im Hessischen Bergland ist die scheue Samtpfote heimisch. Der BUND setzt sich für den Schutz der seltenen Art ein, indem er die Lebensräume wieder miteinander vernetzt. Es werden Verbindungen aus Bäumen und Büschen, sogenannte „grüne Korridore“, zwischen Wildkatzenwälder gepflanzt, die ihr Schutz und Deckung bei der Eroberung neuer Lebensräume bieten. Nur bei einer gut vernetzten Landschaft haben seltene Arten wie die Wildkatze eine langfristige Überlebenschance. Die Gefahren durch genetische Verarmung und die Anfälligkeit für Krankheiten oder harte Winter werden durch diesen Lebensraumverbund wesentlich gemindert. Das Generationenprojekt „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND zielt deshalb auf einen bundesweiten Verbund an Wäldern von insgesamt 20.000 Kilometern Länge ab. Davon profitiert nicht nur die Wildkatze, sondern auch viele andere waldgebundene Tierarten.

Weitere Informationen:

http://www.bund-hessen.de/wildkatze

Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:

www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

Pressekontakt:

Susanne Schneider, Managerin Naturschutzprojekte, E-Mail: susanne.schneider@bund-hessen.de, Tel. 069 677376-16