23. März 2016

Wildkatzenerfassung im Werra-Meißner-Kreis höchst erfolgreich – 48 verschiedene Wildkatzen nachgewiesen

Wildkatze (Foto: Thomas Stephan/BUND)

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Frankfurt, 23.03.2016. Das lange Warten auf die Ergebnisse der Wildkatzenerfassung im Werra-Meißner-Kreis hat sich mehr als gelohnt: Im Jahr 2015 konnten 48 verschiedene Wildkatzen nachgewiesen werden. Das ist ein neuer Rekord für das Untersuchungsgebiet rund um den Meißner, Hessisch-Lichtenau und Großalmerode. Die Untersuchung, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hessen gemeinsam mit dem Forstamt Hessisch Lichtenau durchführte, wurde 2013 gestartet und endete 2015. Drei Jahre lang machten sich zahlreiche engagierte Wildkatzenretter in den Monaten Januar bis April auf den Weg zu den so genannten Lockstöcken, um diese auf Haare der scheuen Waldbewohnerin zu kontrollieren – mit großem Erfolg. Die positiven Ergebnisse aus den ersten beiden Untersuchungsjahren wurden nun durch den Nachweis von 29 Männchen und 18 Weibchen bestätigt und übertrafen alle Erwartungen. Nur bei einem Tier konnte das Geschlecht anhand der genetischen Probe nicht bestimmt werden. Insgesamt rieben sich in drei Jahren 67 verschiedene Wildkatzen an den Lockstöcken.

Wildkatzenland Werra-Meißner-Kreis

„Die Wildkatze konnte rund um den Meißner der Ausrottung durch den Menschen entgehen, weshalb hier bereits zu Beginn des Projekts gute Vorkommen der Art erwartet wurden“, so Susanne Schneider, Koordinatorin des Projekts Wildkatzensprung beim BUND Hessen. „Doch die Anzahl genetisch nachgewiesener Tiere übersteigt auch unsere Erwartungen und zeigt die große Bedeutung des Gebiets als Wildkatzenlebensraum in Hessen, den es zu schützen gilt“, so Schneider.

Auch für das Forstamt Hessisch Lichtenau ist der Nachweis einer ansässigen Wildkatzenpopulation ein Grund zur Freude: „Die Wildkatze hat hohe Ansprüche an naturnahe Wälder. Deshalb ist das Ergebnis der Untersuchung eine tolle Bestätigung für unsere langjährige Arbeit“, so Forstamtsleiter Matthias Dumm.

Auswertung der Daten noch bis 2017

Noch bis 2017 werden die im genetischen Monitoring erhobenen Daten in eine Gendatenbank übertragen, die unter www.wildkatzendatenbank.de eingesehen werden kann. Auch die in der Region gesammelten Daten werden dort enthalten sein und von Forschern des Senckenberg Instituts für Wildtiergenetik in Gelnhausen wissenschaftlich ausgewertet. Das BUND-Projekt Wildkatzensprung wurde im Rahmen des Bundesprogramms für Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Der Wildkatze auf die Spur kommen der BUND und seine Helferinnen und Helfer durch die sogenannten Lockstöcke. Mit Baldrian besprühte Holzlatten werden zur Paarungszeit der Wildkatzen im Winter in den Wäldern aufgestellt. Die Tiere werden durch den Duft angezogen, reiben sich am Holz und hinterlassen dabei Haare. Diese werden regelmäßig eingesammelt und genetisch analysiert. Mit dieser Lockstock-Methode ist es bereits gelungen, die Wildkatze in verschiedenen Teilen Hessens nachzuweisen. Durch die Untersuchungen erhofft sich der BUND weitere Erkenntnisse darüber, wie viele Tiere in Hessen leben, wie sie wandern und mit welchen anderen Wildkatzenvorkommen in Deutschland sie verwandt sind.

Hintergrundinformation

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