3. März 2015

Hessisches Rothaargebirge: Wildkatzenerfassung in der Region erbringt tolles Ergebnis

Wildkatze balanciert auf Ast (Foto: Thomas Stephan/BUND)

Wildkatze (Thomas Stephan/BUND) (ca. 2 MB). Das Foto ist in Verbindung mit dieser Pressemitteilung unter Nennung des Fotografen zur Veröffentlichung freigegeben.

  • Wildkatze mithilfe so genannter Lockstöcke nachgewiesen
  • Wildkatzenerfassung vorerst abgeschlossen

Frankfurt, 03.03.2015. Mindestens 25 Wildkatzen streifen durch die Wälder des hessischen Rothaargebirges: dies zeigen die nun vorliegenden Ergebnisse der Wildkatzenerfassung, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hessen im Jahr 2014 bereits zum dritten Mal durchführte. Erstmalig im Jahr 2012 machten sich zahlreiche engagierte Wildkatzenretter in den Monaten Januar bis April wöchentlich auf den Weg zu den so genannten Lockstöcken, um diese auf Haare der Wildkatze zu kontrollieren – mit Erfolg. Die positiven Ergebnisse aus den ersten beiden Untersuchungsjahren wurden nun durch den erneuten Nachweis zahlreicher Wildkatzen bestätigt, neun Tiere sind „alte Bekannte“, sie rieben sich in allen drei Jahren an einem Lockstock. Insgesamt konnten über die drei Jahre 36 verschiedene Wildkatzen festgestellt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Wildkatze so zahlreich nachweisen konnten“, so Susanne Schneider, Koordinatorin des Projekts Wildkatzensprung beim BUND Hessen. „Das hessische Rothaargebirge beherbergt ein für Hessen sehr bedeutsames Wildkatzenvorkommen und liegt in einem wichtigen Korridor, der über die Breite Struth, den Burg- und Kellerwald bis hinüber in den Knüll führt. Der Hinweis auf eine stabile Population ist für uns daher sehr wertvoll und zeigt uns, dass sich die Wildkatze bei uns in Hessen langsam wieder ausbreiten kann“, freut sich Schneider. Die Aktion wurde im Rahmen des BUND-Projekts Wildkatzensprung finanziert, welches im Bundesprogramm für Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird.

Die Wildkatzenerfassung in der Region ist nun vorerst beendet. Der Wildkatze auf die Spur kommen der BUND und seine Helferinnen und Helfer durch die sogenannten Lockstöcke. Mit Baldrian besprühte Holzlatten werden zur Paarungszeit der Wildkatzen im Winter in den Wäldern aufgestellt. Die Tiere werden durch den Duft angezogen, reiben sich am Holz und hinterlassen dabei Haare. Diese werden regelmäßig eingesammelt und genetisch analysiert. Mit dieser Lockstock-Methode ist es bereits gelungen, die Wildkatze in verschiedenen Teilen Hessens nachzuweisen. Durch die Untersuchungen erhofft sich der BUND weitere Erkenntnisse darüber, wie viele Tiere in Hessen leben, wie sie wandern und mit welchen anderen Wildkatzenvorkommen in Deutschland sie verwandt sind.

In der Region befinden sich übrigens auch Hessens erste Wildkatzenkorridore: bei Viermünden bzw. zwischen Frohnhausen und Wollmar wird die Landschaft in bestimmten Bereichen durch Gehölzpflanzung und Extensivierung aufgewertet, sodass die Wildkatze in Zukunft im Schutze dieser Strukturen zwischen den Wäldern des Rothaargebirges, Burg- und Kellerwalds wandern kann. Davon profitiert nicht nur die Wildkatze, sondern auch viele andere Tierarten wie Marder, Dachs und Haselmaus.

Hintergrundinformation

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Susanne Schneider                   
BUND Hessen
Ostbahnhofstraße 13
60314 Frankfurt
Tel. 069/67737616
E-Mail: susanne.schneider@bund-hessen.de