12. Februar 2015

BUND-Wildkatzenprojekt im Vogelsberg: sechs Wildkatzen nachgewiesen

Wildkatze bei Schnee auf Baumstamm (Foto: Thomas Stephan/BUND)

Das Foto ist in Verbindung mit dieser Pressemitteilung unter Nennung des Fotografen zur Veröffentlichung freigegeben.
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  • Wissenschaftlicher Erstnachweis im BUND-Projekt „Wildkatzensprung“

  • BUND und Forstämter freuen sich über tolles Ergebnis

Frankfurt, 12.02.2015. Die Freude unter den Wildkatzenschützern im Vogelsberg rund um Romrod und Schotten ist groß: im Rahmen der Wildkatzenerfassung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hessen in Zusammenarbeit mit den Forstämtern Romrod und Schotten konnten im Jahr 2014 erstmalig sechs Individuen dieser bedrohten Art nachgewiesen werden. Dies zeigten die nun vorliegenden Ergebnisse der genetischen Analyse der Haare der Tiere.

Mindestens drei Männchen und drei Weibchen schleichen durch die Wälder rund um Romrod, Grebenau und Grebenhain. Bereits im Jahr 2013 machten sich Mitarbeiter der Forstämter in den Monaten Januar bis April wöchentlich auf den Weg zu den so genannten Lockstöcken, um diese auf Haare der Wildkatze zu kontrollieren – zunächst leider ohne Erfolg. Doch das Durchhaltevermögen der Lockstockbetreuer hat sich angesichts der letztjährigen Ergebnisse schließlich mehr als gelohnt.

„Durch Totfunde und Sichtungsmeldungen in der Vergangenheit hatten wir bereits die Vermutung, dass die Wildkatze im Vogelsberg heimisch ist“, so Susanne Schneider, Koordinatorin des Projekts Wildkatzensprung beim BUND Hessen. „Diese hat sich nun durch den wissenschaftlichen Nachweis mithilfe der Lockstockmethode bestätigt. Die Anwesenheit von weiblichen Tieren zeigt uns zudem, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine ansässige Population und nicht nur um männliche Wildkatzen handelt, die das Gebiet auf ihren Wanderungen durchstreifen“, freut sich Schneider. Das BUND-Projekt Wildkatzensprung wird im Rahmen des Bundesprogramms für Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Auch für die Forstämter Romrod und Schotten ist der Nachweis einer ansässigen Wildkatzenpopulation ein Grund zur Freude: „Der Nachweis der scheuen Wildkatze in unseren Wäldern zeigt uns, dass wir mit der Bewirtschaftung der Wälder auf einem guten Weg sind und der Wildkatze einen geeigneten Lebensraum bieten“, erklärt stellvertretend der Romröder Forstamtsleiter Hans-Jürgen Rupp.

Der Wildkatze auf die Spur kommen der BUND und seine Helferinnen und Helfer durch die sogenannten Lockstöcke. Mit Baldrian besprühte Holzlatten werden zur Paarungszeit der Wildkatzen im Winter in den Wäldern aufgestellt. Die Tiere werden durch den Duft angezogen, reiben sich am Holz und hinterlassen dabei Haare. Diese werden regelmäßig eingesammelt und genetisch analysiert. Mit dieser Lockstock-Methode ist es bereits gelungen, die Wildkatze in verschiedenen Teilen Hessens nachzuweisen. Durch die Untersuchungen erhofft sich der BUND weitere Erkenntnisse darüber, wie viele Tiere in Hessen leben, wie sie wandern und mit welchen anderen Wildkatzenvorkommen in Deutschland sie verwandt sind.

Hintergrundinformation

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter

Rückfragen beantworten Ihnen:

Susanne Schneider
BUND Hessen
Ostbahnhofstraße 13
60314 Frankfurt
Tel. 069 67737616
E-Mail: susanne.schneider@bund-hessen.de

Hans-Jürgen Rupp
Hessen-Forst, Forstamtsleiter Romrod
Zeller Str. 14
36329 Romrod
Tel. 06636 9179311
E-Mail: hans-juergen.rupp@forst.hessen.de