29. September 2014

K+S: Eine herbe Enttäuschung - BUND fordert Abwassergebühr für Salzwasser-Entsorgung

K+S: Eine herbe Enttäuschung - BUND fordert Abwassergebühr für Salzwasser-Entsorgung

K+S: Eine herbe Enttäuschung - BUND fordert Abwassergebühr für Salzwasser-Entsorgung

„Der heute vorgestellte Vier-Phasen-Plan zur Salzwasser-Entsorgung ist für uns eine herbe Enttäuschung, denn die Lösung der Umweltprobleme dauert viel zu lange und ist mit viel zu vielen Unwägbarkeiten behaftet“, kritisiert Vorstandssprecher Otto Löwer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der BUND fordert vom Land Hessen Nachbesserungen der bisherigen Absprachen. So müsse rechtsverbindlich festgehalten werden, dass die Ewigkeitslasten möglichst gering gehalten werden und dass K+S  zur Zahlung von Abwassergebühren für die Einleitung der Salzlauge in die Umwelt verpflichtet wird.

Die Hessische Umweltministerin Priska Hinz und der Vorstandsvorsitzende von K+S, Norbert Steiner, hatten heute mitgeteilt, dass die Werra erst 2075, d. h. frühestens in ca. 60 Jahren wieder Süßwasserqualität  erreichen wird. Doch auch dann werden noch 1,5 Millionen Kubikmeter Salzwasser aus den immer weiter anwachsenden Abraumhalden des Kalibergbaus die Werra verschmutzen. Otto Löwer: „Angesichts der Ewigkeitslasten aus den Salzhalden muss künftig alles getan werden, um ein weiteres Anwachsen der Halden zu verhindern. Das Abraummaterial muss künftig wieder zurück in die Bergwerke gebracht werden.“

Für den BUND ist es inakzeptabel, dass die Vereinbarung zwischen dem Umweltministerium und K+S keine Aussagen dazu trifft, wann in der Werra der „gute ökologische Zustand“ nach der Wasserrahmen-Richtlinie der EU erreicht sein wird. Dieser tritt ein, wenn der Grenzwert für Chlorid unter 300 mg/l sinkt.  Nach der Vereinbarung soll am Pegel Gerstungen jedoch auch im Jahr 2075 noch 800 mg/l Chlorid im Werra-Wasser enthalten sein. Damit K+S einen dauerhaften Druck zur weiteren Reduktion der Salzabwässer spürt, fordert der BUND die Festsetzung von Abwassergebühren für die Einleitung der Salzlaugen in den Untergrund und in die Werra.

Besonders kritisch beurteilt der BUND die Fortsetzung der Versenkung von Salzlaugen in den Untergrund bis 2021, weil damit die Zusage, dass die Versenkung im nächsten Jahr endet, aufgehoben wird. „Warum sollen wir darauf vertrauen, dass die neue Zusage Bestand hat“, fragt Otto Löwer vom BUND. Schon heute ist bekannt, dass die in den Untergrund versenkte Salzlauge nicht ortsfest ist, sondern im Laufe der Jahre in die Fließgewässer eindringt. Nach den jahrelangen Erfahrungen bezweifelt der BUND, dass der Unbedenklichkeits-Nachweis für die Versenkungsperiode von 2015 bis 2021 geführt werden kann. „Die Vereinbarung zur Versenkung kann bereits kurzfristig zur Achillesferse der heute vorgestellten Vereinbarung werden“, vermutet Otto Löwer vom BUND.

Rückfragen:       
Thomas Norgall, 
Naturschutzreferent/stellv. Landesgeschäftsführer                                 0170 2277238