11. Februar 2014

Langener Waldsee: Wieder eine neue Schonfrist für den Bannwald

Von Sehring vor dem Stopp im Dezember 2013 gefällte Bäume (Foto: BUND Hessen).

Von Sehring vor dem Stopp im Dezember 2013 gefällte Bäume (Foto: BUND Hessen). Mehr Fotos in der verlinkten Pressemitteilungen vom 10.12.2013.

Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH Kassel) wird seine Entscheidung über den ersten Rodungsabschnitt von 7,5 Hektar voraussichtlich am nächsten Montag, dem 17.02.2014, treffen. Das Kiesabbauunternehmen Sehring hat seine Rodungsarbeiten vorerst wieder eingestellt. Damit konnte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) den Bannwald zunächst noch einmal vor der Beseitigung bewahren. Thomas Norgall, der stellvertretende Geschäftsführer des BUND Hessen, bedauert den Zeitdruck, dem alle Beteiligten derzeit ausgesetzt sind und gibt zu Bedenken: „Wir haben im Rhein-Main-Gebiet keinen Mangel an Kies und Sand, sondern einen ständig wachsenden Mangel an Waldflächen für die Erholung der Bevölkerung.“

Am Montagvormittag gab es bei dem Ringen um den Erhalt des Bannwaldes eine schnelle Entwicklung. Das Kiesabbauunternehmen begann mit der Rodung, stellte diese aber im Laufe des Tages wieder ein. Der VGH Kassel teilte der Rechtsanwältin des BUND, Ursula Philipp-Gerlach mit,

  • dass der zuständige Senat bis Montag der kommenden Woche treffen wolle, so dass die Firma Sehring gegebenenfalls die Rodungsarbeiten noch rechtzeitig im Februar abschließen könne und
  • dass sie die schriftliche Begründung zur am letzten Freitag für den BUND eingereichten Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Darmstadt bis Mittwoch, 12.02.2013, 10:00 dem Gericht vorlegen möge.

Hintergrund des hohen Zeitdrucks sind Bestimmungen des Artenschutzes auf der einen und die Erschöpfung der Kieslagerstätte am Langener Waldsee auf der anderen Seite.

  • Um zu vermeiden, dass die zahlreichen Tierarten des Waldes durch eine Rodung während der „Brut- und Setzzeiten“ getötet werden, sollen Rodungsarbeiten in Normaljahren möglichst bis Ende Februar abgeschlossen sein. In Jahren mit späten Kälteeinbrüchen, wie in 2013, verschiebt sich die Fortpflanzungsaktivität je nach Lage des Einzelfalls nach hinten. Ist der Winterausgang sehr mild, wie in diesem Jahr, setzen die Aktivität der Amphibien und das Brutgeschäft der Vögel hingegen früher ein.
  • Die Kieslagerstätte am Langener Waldsee ist weitgehend erschöpft. Nach Angaben von Sehring muss der Abbau noch in der ersten Jahreshälfte 2014 eingestellt werden, wenn der Bannwald erhalten und der Langener Waldsee nicht erweitert werden kann.

Rückfragen beantwortet Ihnen:      

Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen
0170 2277238