26. November 2013

BUND-Umfrage bei hessischen Energieversorgern mit Stromvertrieb: Gute Förderprogramme weiterhin die seltene Ausnahme

Titelblatt der Umfrage 2013 – Förderprogramme hessischer Energieversorger mit Stromvertrieb unter der ökologischen Lupe: Ergebnisse einer EVU-Befragung des AK Energie, BUND Hessen, Oktober 2013

Der Arbeitskreis Energie im BUND Hessen hat 2013 zum fünften Mal – wie schon in den Jahren 2003, 2004, 2007 und 2010 – die hessischen Energieversorgungsunternehmen (EVU) mit Stromvertrieb nach Förderprogrammen für ihre Tarifkunden befragt. Nur wenige EVU stellen sich in diesem Bereich ihrer ökologischen Verantwortung.

Hessen hat sich viel vorgenommen. Sowohl im Abschlussbericht des Hessischen Energiegipfels von 2011 als auch im sich darauf stützenden Hessischen Energiezukunftsgesetz von 2012 wird als Ziel genannt, den Endenergieverbrauch in Hessen bis 2050 zu 100% aus erneuerbaren Energien zu decken.

Dieser Aufgabe müssen sich nicht nur Verbraucher und Politiker, sondern insbesondere auch die EVU verpflichtet fühlen. Als Stromversorger vertreiben sie das Massenprodukt elektrische Energie, deren Bereitstellung mit der Erzeugung von Atommüll, Klimagasen, Stäuben, Abwärmelasten an Flüssen und großen Landschaftseingriffen einhergeht.

Von 49 EVU bieten 14 ein Förderprogramm an. An diesen Zahlen hat sich wenig verändert. Sieben Programme erzielten Bewertungen befriedigend oder besser. Das ist eine erfreuliche Zunahme um zwei Programme im Vergleich zu 2007 und 2010.

Auch auf den Spitzenplätzen sehr gut und gut gab es eine Zunahme von vier auf sechs Programmen. Neben den Stadtwerken (SW) Marburg und den SW Hanau haben erstmals ENTEGA Darmstadt und Mainova Frankfurt sehr gut erreicht. Gute Programme haben ESWE Wiesbaden und OVAG Friedberg vorgelegt.

Ferner ist erfreulich, dass erstmals kein Programm mit „schlecht“ bewertet werden musste, da keine Förderungen von Anlagen mit elektrischen Widerstandsheizungen mehr zu verzeichnen sind, die früher Grund für diese Beurteilung waren.

Als Fazit der Umfrage stellt der BUND Hessen fest, dass leider nach wie vor nur wenige EVU in Hessen Förderprogramme auflegen, die einer umweltschonenden Energieversorgung nützen. Allerdings haben sich deren Programme insgesamt noch weiter verbessert.

Der BUND Hessen hofft, auch mit dieser Umfrage neben der Aufklärung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Anstöße für die EVU zu geben, ihre Förderprogramme im Sinne nachhaltiger Energieversorgung zu verbessern oder überhaupt neu einzurichten.

Die detaillierten Ergebnisse der Befragung sind im Internet unter www.bund-hessen.de dargestellt.

Rückfragen an

Michael Rothkegel, Geschäftsführer BUND Hessen, Fon 069 67737612, Mobil 0151 12068590