16. Mai 2013

Die Vielfalt erwandern – Bundesweiter Wandertag zur biologischen Vielfalt

Frühlingszeit ist Wanderzeit – Noch bis zum 21. Juni findet bundesweit die Wanderaktion zur biologischen Vielfalt statt, zu der das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz aufgerufen haben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt diese Aktion und ruft dazu auf, sich jetzt auf die Spur der Natur und ihrer Vielfalt zu begeben. Das besondere Interesse der Naturschützer gilt dabei der scheuen Wildkatze. In Deutschland leben nur noch ca. 5000 bis 7000 Tiere dieser Art.

Einige hundert dieser Wildkatzen streifen durch die hessischen Wälder, vor allem im Taunus und im Hessischen Bergland. Die Chance, bei uns tatsächlich einmal eine Wildkatze zu entdecken, ist bei den versteckt lebenden Tieren allerdings recht gering. Aber wie erkennt man überhaupt eine richtige Wildkatze? Schließlich sehen sie den nah verwandten Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich. Dazu hat Sarah Friedrichsdorf vom BUND Hessen einen Tipp: „Wildkatzen zeichnen sich durch ein braun-beiges Fell aus, das meist nur unauffällig getigert ist. Die Schwanzspitze ist stets schwarz und sehr buschig.“

„Aber auch die Beobachtung von häufigeren Arten wie Rehen oder Eichhörnchen macht gerade bei einem Familienausflug viel Freude“, so Friedrichsdorf. In erster Linie geht es ja beim Wandern darum, den Lebensraum und Erholungsort Wald zur erleben. Im Gegensatz zu wirtschaftlich geprägten Forsten sind naturnahe Wälder Lebensraum für eine atemberaubende Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Und wenn man im Wald doch auf die scheuen Jäger trifft? „Vor allem sollte man sie nicht verschrecken, sondern rücksichtsvoll aus der Ferne beobachten“, bittet Friedrichsdorf, „Kleine Wildkätzchen, die in diesen Wochen auf die Welt kommen, sind manchmal allein ohne ihre Mutter unterwegs. Diese ist dann zumeist auf Nahrungssuche und ganz in der Nähe. Lassen Sie die Kleinen bitte vor Ort und melden sie Ihre Beobachtung dem BUND.“

Wer mehr über die Wildkatze und ihren Lebensraum erfahren möchte: Wanderer können auf dem Wildkatzen-Walderlebnis am Winterstein im Taunus der Wildkatze und der biologischen Vielfalt in Hessen an 10 Erlebnisstationen auf die Spur kommen. Wer den Erlebnispfad nicht allein erkunden möchte, kann am 9. Juni an der von einem Naturpark-Führer geleiteten Wanderung für Familien teilnehmen. Weitere Informationen unter www.bund-hessen.de/wildkatze.

Hintergrund: Wildkatze als Symbol für biologische Vielfalt

Wildkatzen sind ein besonderes Symbol für die biologische Vielfalt, da sie hohe Ansprüche an die Natur stellen. Weite zusammenhängende Waldgebiete, nicht zerschnitten durch Landwirtschaft oder Straßen, sind ihr perfektes Zuhause. Und dort wo die Wildkatzen sich wohl fühlen, sind auch viele weitere geschützte Arten wie Dachs oder Haselmaus heimisch. Aus diesem Grund engagiert sich der BUND Hessen im Rahmen des Projekts „Wildkatzensprung“ gemeinsam mit neun weiteren Bundesländern für die Wiedervernetzung von Lebensräumen.

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz verbindet der BUND dabei Wälder durch Korridore aus Bäumen und Büschen, um den seltenen Tieren Zugang zu neuen Lebensräumen zu ermöglichen. Damit setzt der BUND jetzt schon um, was die EU gerade beschlossen hat. Am 6. Mai kündigte die Europäische Kommission an, die grüne Infrastruktur – also die Vernetzung von Naturgebieten und Grünflächen im städtischen und ländlichen Raum – in vielen Politikbereichen stärker zu fördern. Die Natur, ihre Vielfalt und ihr Wert sollen damit eine stärkere Rolle in politischen Entscheidungen finden. Der BUND ist hier bereits seit mehr als 20 Jahren aktiv. Weitere Informationen unter www.bund.net/wildkatze.