22. März 2013

Bündnis „Agrarzukunft Hessen“ kritisiert Landwirtschaftspositionen der CDU-Landtagsfraktion / Beabsichtigte Kürzung der Förderung des Öko-Landbaus ist fatales Signal und Zeichen, dass die CDU in der Landwirtschaftspolitik nicht auf der Höhe der Zeit ist

Bündnis „Agrarzukunft Hessen” (Grafik: Niko Martin)

Das Bündnis „Agrarzukunft Hessen“ kritisiert das kürzlich präsentierte Positionspapier der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag für „eine flächendeckende, nachhaltige und wirtschaftliche Landwirtschaft“ insbesondere wegen der darin enthaltenen Absicht, die Ökolandbauförderung zu streichen. Die CDU-Fraktion will die sogenannte Beibehaltungsförderung abschaffen, mit der Ökolandbaubetriebe für ihre zusätzlich erbrachten, gesellschaftlich erwünschten Leistungen für den Natur-, Arten-, Boden- und Gewässerschutz unterstützt werden.

Hans-Jürgen Müller, Sprecher der Vereinigung ökologischer Landbauverbände in Hessen (VÖL): „Ich bin sehr erstaunt über den Angriff der CDU auf die ökologische Landwirtschaft in Hessen. Das passt überhaupt nicht zu der bei Gesprächen im CDU-geführten Landwirtschaftsministerium uns gegenüber immer wieder bestätigten Wertschätzung für den Ökolandbau. Dass die Landtagsfraktion die Beibehaltungsförderung nun kappen will, ist ein Schlag ins Gesicht aller Ökolandwirte in Hessen. Ich frage mich, wie die CDU-Abgeordneten aus den ländlichen Regionen dies den Ökobauern erklären wollen.“

Das Aktionsbündnis „Agrarzukunft Hessen“ hält es angesichts der großen Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln in Hessen, die bei weitem nicht durch hessische Biobetriebe gedeckt werden kann, vielmehr für dringend erforderlich, mit einem Aktionsplan den ökologischen Landbau in Hessen deutlich voranzubringen.

Michael Rothkegel, Geschäftsführer des BUND Hessen: “Unser Leitbild für die Landwirtschaft ist der ökologische Landbau, weil er besonders sorgsam mit den natürlichen Ressourcen umgeht, schädliche Umweltauswirkungen der landwirtschaftlichen Intensivproduktion vermeidet und deutlich weniger Klimagase verursacht. Wir brauchen neben der Energiewende in Hessen auch eine Agrarwende, die dazu führt, den Anteil des Ökolandbaus bis 2020 auf 20% zu erhöhen und langfristig 100% Ökolandbau zu erreichen. Völlig unverständlich ist für mich, dass die Landesregierung auf Gelder in der Größenordnung von 11 Millionen Euro verzichten will. Hessen zahlt nur 20% der Ökoprämie, während 80% aus Mitteln der EU und des Bundes stammen.“

Das Bündnis „Agrarzukunft Hessen“ kündigt an, sich kritisch mit den kompletten Landwirtschaftspositionen der CDU-Landtagsfraktion auseinander zu setzen, da keinerlei Antworten auf die aktuellen sozialen und ökologischen Herausforderungen der Agrarpolitik gegeben werden.

Dem Bündnis Agrarzukunft Hessen gehören an:

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Hessen, BUND Landesverband Hessen e.V., Bürger AG für nachhaltiges Wirtschaften FrankfurtRhein-Main, Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON), Slowfood Nordhessen, Vereinigung ökologischer Landbau in Hessen (VÖL)

Rückfragen:

Hans-Jürgen Müller (VÖL-Sprecher): 0170 307 10 65
Michael Rothkegel (BUND-Geschäftsführer): 0151 120 68 590