1. Februar 2013

UBA-Studie: Pestizide können Amphibien gefährden / BUND kritisiert "blinden Fleck" im Zukunftspakt Landwirtschaft zwischen Landesregierung und Bauernverband

Pestizide werden auf einem Acker gesprüht (Foto: Kurt Bouda / pixelio.de)

(Foto: Kurt Bouda / pixelio.de)

Der BUND Hessen nimmt mit Sorge die heutige Meldung des Umweltbundesamtes (UBA) zur Kenntnis, wonach der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft mitverantwortlich für den Rückzug der Amphibien ist. Amphibien sind nach UBA-Angabe die weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiere. Auch in Deutschland steht mehr als die Hälfte der Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Das UBA teilt mit, dass in Versuchen eines Forschungskonsortiums Pflanzenschutzmittel schon in anwendungsüblichen Mengen bei Grasfröschen zu Sterblichkeitsraten von 20 bis 100 Prozent führen. Laut UBA zeige die Studie Handlungsbedarf auf, weil Amphibien landwirtschaftliche Flächen als Lebensraum nutzten und sie auf ihren Wanderungen zu den Laichgewässern überqueren würden. Das UBA hält es für "erforderlich, den Schutz der Amphibien in der Produktzulassung, aber auch in der landwirtschaftlichen Praxis stärker zu berücksichtigen".

Der BUND Hessen kritisiert den zwischen Landesregierung und Hessischem Bauernverband Ende November geschlossenen "Zukunftspakt Landwirtschaft", der die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Artensterben völlig ausklammere.

Herwig Winter, Landesvorstandsmitglied des BUND: „In der Pressmitteilung des Umweltministeriums zur Präsentation des Zukunftspakts Landwirtschaft wird behauptet, dass die Landwirtschaft entscheidend zur Biodiversität beitrage. Eine Vielzahl von Studien und jetzt auch die UBA-Studie beweisen aber doch, dass die Landwirtschaft erheblichen Anteil am Artensterben hat. Wann löst Umweltministerin Puttrich sich endlich von der unmittelbaren Einflussnahme des Bauernverbandes und setzt sich mit uns für eine Landwirtschaft ein, die die biologische Vielfalt fördert und nicht schädigt?"

Der BUND fordert von Ministerin Puttrich, sich in Berlin und Brüssel dafür einzusetzen, die EU-Direktzahlungen verbindlich daran zu koppeln, dass 7% der landwirtschaftlichen Nutzfläche als ökologische Vorrangflächen bewirtschaftet werden müssen, um damit Biodiversität und Bodenschutz zu fördern.

Rückfragen:

Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer, 0151 12068590