12. November 2012

Unzulässige Argumentation / Luchs und Wildkatze werden durch den Betrieb von Windenergieanlage nicht beeinträchtigt

tödliche Zerschneidung (Grafik: Niko Martin)

Die Vorkommen von Luchs und Wildkatze werden durch den Betrieb von Windenergieanlagen nicht beeinträchtigt. Hermann Maxeiner, Vorstandssprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Hessen: „Für Luchse und Wildkatzen ist der Straßentod eine traurige Realität und heute die größte Gefahr für ihr Überleben in unserer Landschaft. Für Schäden durch den Betrieb von Windkraftanlagen gibt es jedoch für beide Tierarten nicht einmal Hinweise.“

Dass der Betrieb von Windkraftanlagen für Luchse und Wildkatzen unproblematisch ist, belegt auch der Fund des toten Jungluchses an der A44 bei Zierenberg, der vor einigen Tagen erfolgte. „Der Luchs wäre auf der Straße nicht überfahren worden, wenn er durch Lärm verscheucht würde“, erläutert Hermann Maxeiner vom BUND. Auch die zahlreichen Wildkatzen, die in Hessen jährlich tot am Straßenrand gefunden werden, belegen, dass nicht der Lärm, sondern die Kollision mit Autos für unsere heimischen Katzenarten das entscheidende Problem darstellt. Wenn der Straßenlärm die Tiere nicht vergrämt, dann vertreiben auch die Geräusche von Windenergieanlagen die Tiere nicht aus unseren Wäldern. Wenn wir wollen, dass Luchse, Wildkatzen und viele andere typische Waldtiere in unserer Landschaft überleben, dann brauchen wir jedoch Waldkorridore und viel mehr Grünbrücken in unserer Landschaft. Der vermehrte Bau von Grünbrücken ist für den BUND deshalb „der Schlüssel zum Erfolg“, um den von uns Menschen verursachten Blutzoll zu verringern.

Die Beurteilung des BUND deckt sich mit der Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Dieses beschreibt nachteilige, betriebsbedingte Auswirkungen von Windkraftanlagen zwar für Vögel und Fledermäuse, nicht aber für die beiden wildlebenden heimischen Katzenarten beschreibt.

Kurzfristige Scheucheffekte für die Wildkatzen und Luchse können nach Einschätzung des BUND in der Bauphase nicht ausgeschlossen werden. Doch sonst gebe es keine Hinweise, dass Wildkatzen oder Luchse durch Windkraftanlagen gestört würden.

Rückfragen beantwortet Ihnen:
Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen: 0170 2277238