27. November 2012

Auf der Suche nach der Wildkatze im Messeler Hügelland – Infoveranstaltung am 28. November in der Waldschule Groß-Zimmern

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lädt gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde Darmstadt-Dieburg und dem Forstamt Dieburg zu einem Informationsabend rund um die Wildkatze am 28.11. um 19 Uhr in die Waldschule Groß-Zimmern, Laubweg, 64846 Groß-Zimmern ein. Die Veranstaltung ist Auftakt einer Lockstock-Aktion, mit der in diesem Winter im Messeler Hügelland nach der scheuen Waldbewohnerin gesucht werden soll. „Die mit Baldrian besprühten Holzpflöcke locken umherstreifende Tiere fast magisch an. Beim Reiben am rauen Holz hinterlassen sie Haare. Eine genetische Analyse zeigt anschließend genau, wer dort am Lockstock war,“ erklärt BUND-Wildkatzenexpertin Sarah Friedrichsdorf. Die Aktion ist Teil des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts „Wildkatzensprung“, in dem der BUND den Aufbau einer bundesweiten Gendatenbank für Wildkatzen plant.

„Es wurden bereits einige mögliche Wildkatzen in unserer Region beobachtet, ein handfester Nachweis fehlt aber noch. Vielleicht kommen wir der gefährdeten Art nun mithilfe der Lockstöcke gemeinsam auf die Spur,“ hofft Karsten Heinrich von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Die Infoveranstaltung soll dafür erstmals alle Akteure im Messeler Hügelland zusammen bringen, die sich für den Schutz der Wildkatze und ihres Lebensraumes engagieren wollen. Ein reich bebilderter Vortrag bietet allen Natur- und Katzeninteressierten einen spannenden Einblick ins Leben der geheimnisvollen Tiere, ihre Gefährdung und mögliche Schutzmaßnahmen. Wer selber aktiv werden möchte, kann bei den regelmäßigen Kontrollen der 20 Lockstöcke in der Region Messeler Hügelland mithelfen. Für alle potentiellen Helfer findet im Anschluss an den Vortrag eine ausführliche Einweisung in die Lockstock-Methode statt. Die Kontrollen sollen dann in der Zeit von Januar bis April alle 10-14 Tage erfolgen.

Noch vor wenigen Jahrhunderten steifte die heimische Wildkatze durch fast ganz Deutschland, bis sie durch starke Bejagung in vielen Gebieten ausgerottet wurde. Heute breitet sich die anspruchsvolle Waldbewohnerin langsam wieder aus. Der Verlust großer naturnaher Wälder und die Zerschneidung der Landschaft stellen sie aber vor neue Probleme. Straßen, Siedlungen und strukturarme Ackerlandschaften trennen die Vorkommen voneinander. Viele Katzen werden auf ihren Wanderungen von Autos überfahren. Der BUND erforscht bereits seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Art. Übergreifendes Ziel ist die Schaffung eines Waldverbundes durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald.

Rückfragen beantworten Ihnen:

Sarah Friedrichsdorf
BUND Hessen
Ostbahnhofstraße 13
60314 Frankfurt
Tel. 069/67737616
E-Mail: sarah.friedrichsdorf@bund-hessen.de

Karsten Heinrich
Untere Naturschutzbehörde Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg
Jägertorstraße 207
64289 Darmstadt
Tel: 06151-881-2219
Fax: 06151-881-2229
E-Mail: k.heinrich@ladadi.de