30. November 2012

Auf der Suche nach der Wildkatze im Krofdorfer Forst – Infoveranstaltung am 7. Dezember im Holz + Technik Museum Wettenberg

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lädt gemeinsam mit dem Forstamt Wettenberg zu einem Informationsabend rund um die Wildkatze am 7.12. um 18 Uhr in das Holz + Technik Museum, Im Schacht 6, 35435 Wettenberg ein. Die Veranstaltung ist Auftakt einer Lockstock-Aktion, mit der in diesem Winter im Krofdorfer Forst nach der scheuen Waldbewohnerin gesucht werden soll. „Die mit Baldrian besprühten Holzpflöcke locken umherstreifende Tiere fast magisch an. Beim Reiben am rauen Holz hinterlassen sie Haare. Eine genetische Analyse zeigt anschließend genau, wer dort am Lockstock war,“ erklärt  BUND-Wildkatzenexpertin Sarah Friedrichsdorf. Die Aktion ist Teil des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts „Wildkatzensprung“, in dem der BUND den Aufbau einer bundesweiten Gendatenbank für Wildkatzen plant.

„Es wurden bereits einige mögliche Wildkatzen in unserem Wald beobachtet, ein handfester Nachweis fehlt aber noch. Vielleicht kommen wir der gefährdeten Art nun mithilfe der Lockstöcke gemeinsam auf die Spur,“ hofft Harald Voll, Forstamtsleiter des Forstamts Wettenberg. Die Infoveranstaltung soll dafür erstmals alle Akteure der Region zusammen bringen, die sich für den Schutz der Wildkatze und ihres Lebensraumes engagieren wollen. Ein reich bebilderter Vortrag bietet Natur- und Katzeninteressierten einen spannenden Einblick ins Leben der geheimnisvollen Tiere, ihre Gefährdung und mögliche Schutzmaßnahmen. Wer selber aktiv werden möchte, kann bei den regelmäßigen Kontrollen der 18 Lockstöcke im Krofdorfer Forst  mithelfen. Die Kontrollen werden von Revierleiter Udo Steiger koordiniert. Die Kontrollen sollen in der Zeit von Januar bis April alle 10-14 Tage erfolgen.

Noch vor wenigen Jahrhunderten steifte die heimische Wildkatze durch fast ganz Deutschland, bis sie durch starke Bejagung in vielen Gebieten ausgerottet wurde. Heute breitet sich die anspruchsvolle Waldbewohnerin langsam wieder aus. Der Verlust großer naturnaher Wälder und die Zerschneidung der Landschaft stellen sie aber vor neue Probleme. Straßen, Siedlungen und strukturarme Ackerlandschaften trennen die Vorkommen voneinander. Viele Katzen werden auf ihren Wanderungen von Autos überfahren. Der BUND erforscht bereits seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Art. Übergreifendes Ziel ist die Schaffung eines Waldverbundes durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald.

Rückfragen beantworten Ihnen:

Sarah Friedrichsdorf
BUND Hessen
Ostbahnhofstraße 13
60314 Frankfurt
Tel. 069/67737616
E-Mail: sarah.friedrichsdorf@bund-hessen.de

Forstdirektor Harald Voll
Hessen-Forst
Forstamt Wettenberg
35435 Wettenberg
Tel. 0641/4604600
E-Mail: FAWettenberg@forst.hessen.de