6. Juli 2012

Rote Laterne für Hessen bei nachhaltiger Mobilität // Ranking der Allianz pro Schiene stellt Hessen schlechtestes Zeugnis aller Bundesländer aus

rote Laterne (Grafik: Niko Martin)

Frankfurt 6. Juli 2012

In dem am Donnerstag von der Allianz pro Schiene veröffentlichten Bundesländervergleich zur nachhaltigen Mobilität landet Hessen in der Gesamtwertung abgeschlagen auf dem letzten Platz und erreicht nur knapp ein Drittel des bestmöglichen Wertes. Nordrhein-Westfalen hingegen, ebenfalls ein Transitland mit hohem Verkehrsaufkommen, kommt mit einem doppelt so guten Wert wie Hessen auf den ersten Platz.
Negativ schlägt in der Wertung Hessens die Klimabilanz des Transitverkehrs und des Frankfurter Flughafens zu Buche. Negativ wertet die Allianz pro Schiene auch den Ausbau des Regionalflughafens Kassel-Calden.

Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer: „Das Ergebnis ist ein Armutszeugnis für Ministerpräsident Bouffier und Verkehrsminister Rentsch, aber es kommt für mich nicht unerwartet. Die Verkehrspolitik der schwarz-gelben Landesregierung ist nicht an Nachhaltigkeitsprinzipien ausgerichtet, sondern verfolgt mit höchster Priorität stets den Ausbau von Flughäfen und Straßen.“

Bei den politischen Weichenstellungen erreicht Hessen laut Bundesländerindex der Allianz pro Schiene nur den 15. Rang. In der Wertung heißt es, dass sich das Land zwar zum konkreten Verkehrssicherheitsziel der Bundesregierung bekennt, es jedoch versäumt, die Minderung von Verkehrstoten in einem eigenen Verkehrssicherheitsprogramm zu verankern. Weiter heißt es, dass in Hessen zwar das Klimaschutzkonzept 2012 existiert, das vorsieht, „durch Optimierung, Verkehrslenkung und alternativer Kraftstoffe die CO2-Emissionen auch im Verkehrsbereich zu senken“, doch fehlt ein quantitatives CO2-Minderungsziel für den Verkehrsbereich.

Michael Rothkegel „Unsere  Forderung nach einem Verkehrswendegipfel, die wir schon bei den Diskussionen im Rahmen des Energiegipfels erhoben haben, ist deshalb aktueller denn je. Eine dringend notwendige Verkehrswende in Hessen hin zu nachhaltiger Mobilität mit Vorrang des ÖPNV sowie des Rad- und Fußverkehrs muss Chefsache von Ministerpräsident Bouffier sein und in einem offenen Dialogprozess angegangen werden.“

Rückfragen:

Michael Rothkegel, BUND Geschäftsführer: 069 67737612 oder 0151 12068590

Weitere Informationen zum Bundesländervergleich:

www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/2012/016-bundeslaenderindex-mobilitaet-1/