3. Juli 2012

Ankündigung von RWE, in der zweiten Jahreshälfte 2012 einen Antrag auf Genehmigung für den direkten Rückbau des AKW Biblis zu stellen / BUND Landesverband Hessen sieht noch viele offene Fragen

offene Fragen zum Biblis Rückbau (Grafik: Niko Martin)

Der Atomausstieg ist beschlossen, das AKW Biblis ist seit August 2011 endgültig abgeschaltet. Ein großer Erfolg für den BUND und die Anti-Atom-Bewegung. Trotzdem ist der Atomausstieg noch nicht vollzogen, erst 2022 soll das letzte AKW in Deutschland vom Netz gehen. Der BUND fordert, so schnell wie möglich die noch laufenden Atomkraftwerke abschalten, da die Gefahr eines katastrophalen Unfalls mit Freisetzung von Radioaktivität nach wie vor besteht.

Der BUND begrüßt, dass RWE angekündigt hat, in der zweiten Jahreshälfte einen Antrag auf Genehmigung zum direkten Rückbau des AKW Biblis zu stellen. Viele Fragen im Zusammenhang mit dem sofortigen Rückbau sind aus Sicht des BUND noch nicht geklärt.

Der BUND fordert deshalb

  • einen Zeitplan mit umfassender Beschreibung der Rückbaustrategie und der einzelnen Rückbauschritte,
  • die Erstellung eines Inventars über die zu erwartenden Mengen verschieden stark radioaktiv belasteter Stoffe und Abfälle,
  • die Offenlegung, welche Mengen, welcher radioaktiven Stoffe und Materialien jetzt schon auf dem AKW Gelände lagern und wie lange diese dort noch lagern sollen,
  • die Veröffentlichung eines  Konzepts, wie ein höchstmöglicher Strahlen- und Katastrophenschutz für Beschäftigte und Anwohner gewährleistet wird,
  • die Offenlegung, welche Stoffe in Gewichtsmengen (kg) und Radioaktivität (Bq ) sowie spezifischer Aktivität  (Bq/kg)  über die Freigrenzenregelung der Strahlenschutzverordnung als "nicht radioaktiv" eingestuft werden. Diese Stoffe gelangen nämlich in Stoff- und Abfallkreisläufe sowie Produktion von Gütern und erhöhen letztlich die radioaktive Belastung der Menschen. Damit wird ein Großteil der Radioaktivität aus Biblis auf die gesamte Bevölkerung verteilt.
  • eine größtmögliche Transparenz und Einbeziehung der Öffentlichkeit, zu der auch umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen in allen Verfahrensschritten gehören.

Rückfragen:

Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer, 069 67737612