27. Juli 2012

A44: zu teuer und unnötig – BUND sieht sich durch die aktuelle Antwort der Bundesregierung bestätigt

Stoppt die A44

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht sich durch die Antwort der Bundesregierung vom 18.07.2012 auf die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen in seiner Ablehnung der A44 zwischen Kassel und Eisenach bestätigt. „Die Antwort des Bundesverkehrsministeriums belegt, dass das Projekt zu teuer und unnötig ist. „Die A44-Planung muss schnellstens korrigiert werden“, fordert Thomas Norgall, der Naturschutzreferent des BUND Hessen. Der BUND begrüßt die kritische Haltung der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen zur A44, die heute in einer Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten Daniela Wagner deutlich wurde.

Aus der Antwort der Bundesregierung wird deutlich, dass es für die angeblich teuerste Autobahn der Welt nicht einmal eine aktuelle Kosten-Nutzen-Rechnung gibt, obwohl die Verkehrsnachfrage nach den amtlichen Zählungen um bis zu 40 % zurückgegangen ist (BUND-PM vom 19.03.2012). Die Bundesregierung wird sich von der Fehlplanung der A44 verabschieden, wenn unter dem Druck der leeren Kassen eine neue Kosten-Nutzen-Rechnung auf der Basis aktueller Verkehrszahlen vorgenommen wird, wird, ist der BUND überzeugt.

Noch können viele hundert Millionen gespart werden, wenn statt der östlichen vier Bauabschnitte der A44 (Waldkappel bis zum Ausbauende bei Herleshausen ) ein bedarfsgerechter Ausbau der Bundesstraße 7 erfolgen würde. Für diese Abschnitte, die über 40 % (ca. 750 Millionen Euro) der gesamten Bausumme von 1,8 Milliarden Euro kosten sollen, gibt es keine Begründung für den Bau der Autobahn mehr. Die Verkehrsentwicklung geht hier seit Jahren besonders stark zurück und dieser Trend wird sich wegen der abnehmenden Bevölkerungszahl fortsetzen.

Widerlegt ist heute auch die Behauptung dass die Arbeitslosigkeit im Werra-Meißner-Kreis nur durch den Bau der A44 beseitigt werden könne. Tatsächlich ging sie – ohne A44 -  in den letzten Jahren ständig zurück. Aktuell (Juni 2012) entspricht sie mit 6,4 % dem Bundesdurchschnitt von 6,5 %.

Die Antwort der Bundesregierung zeigt auch, dass die A 44 erst in vielen Jahren fertig gestellt werden kann, denn für 40 % der Neubaustrecke, nämlich die Ausbauabschnitte 11, 50 und 60, sind noch nicht einmal die Planungsverfahren abgeschlossen. Diese Verzögerung hat allein der Hessische Verkehrsminister zu verantworten, stellt Thomas Norgall vom BUND klar. Sie betrifft nach Auskunft der Bundesregierung ein Investitionsvolumen von 587 Millionen Euro.

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Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen
0170 2277238