3. Dezember 2012

Die Wildkatze als heimliche Bewohnerin im Werra-Meißner-Kreis – Infoveranstaltung am 13. Dezember im Forstamt Hessisch-Lichtenau

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lädt gemeinsam mit dem Hessen-Forst, Forstamt Hessisch-Lichtenau zu einem Informationsabend rund um die Wildkatze am 13.12. um 18 Uhr in die Räumlichkeiten des Forstamts, Retteröder Str. 17, 37235 Hessisch-Lichtenau ein. Die Veranstaltung ist Auftakt einer Lockstock-Aktion, mit der in diesem Winter das Vorkommen der scheuen Waldbewohnerin im Werra-Meißner-Kreis untersucht werden soll. „Die mit Baldrian besprühten Holzpflöcke locken umherstreifende Wildkatzen fast magisch an. Beim Reiben am rauen Holz hinterlassen sie Haare. Eine genetische Analyse zeigt anschließend genau, wer dort am Lockstock war,“ erklärt die BUND Lockstock-Koordinatorin Annika Hennemuth. Die Aktion ist Teil des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts „Wildkatzensprung“, in dem der BUND den Aufbau einer bundesweiten Gendatenbank für Wildkatzen plant.

„Durch Beobachtungen und Totfunde wissen wir bereits, dass die Wildkatze bei uns im Werra-Meißner-Kreis lebt. Durch die neue Untersuchung erfahren wir hoffentlich mehr über unsere Mitbewohner z.B. wie viele Tiere hier leben und mit welchen anderen Vorkommen sie verwandt sind“, hofft Ralf Meusel vom Forstamt Hessisch-Lichtenau. Die Infoveranstaltung soll dafür alle Akteure im Werra-Meißner-Kreis zusammen bringen, die sich für den Schutz der Wildkatze und ihres Lebensraumes engagieren wollen. Ein reich bebilderter Vortrag bietet Natur- und Katzeninteressierten einen spannenden Einblick ins Leben der geheimnisvollen Tiere, ihre Gefährdung und mögliche Schutzmaßnahmen. Wer selber aktiv werden möchte, kann bei den regelmäßigen Kontrollen der 50 Lockstöcke rund um den Meißner und den Kaufunger Wald mithelfen. Für alle potentiellen Helfer findet im Anschluss an den Vortrag eine ausführliche Einweisung in die Lockstock-Methode statt. Die Kontrollen sollen dann in der Zeit von Januar bis April alle 10-14 Tage erfolgen.

Noch vor wenigen Jahrhunderten streifte die heimische Wildkatze durch fast ganz Deutschland, bis sie durch starke Bejagung in vielen Gebieten ausgerottet wurde. Das nordosthessische Bergland gehört zu den wenigen Rückzugsgebieten, von denen sich die anspruchsvolle Waldbewohnerin heute langsam wieder ausbreitet. Der Verlust großer naturnaher Wälder und die Zerschneidung der Landschaft stellen sie aber vor neue Probleme. Straßen, Siedlungen und strukturarme Ackerlandschaften trennen die Lebensräume voneinander. Viele Katzen werden auf ihren Wanderungen von Autos überfahren, womit Verkehrsunfälle die Haupttodesursache der Tiere darstellen. Der BUND erforscht bereits seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Art. Übergreifendes Ziel ist die Schaffung eines Waldverbundes durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald.

Rückfragen beantworten Ihnen:

Annika Hennemuth
BUND Lockstock-Koordinatorin WMK
Email: annika.hennemuth@bund-hessen.de

BUND-KV Werra Meißner
Mangelgasse 19
37269 Eschwege
Tel. 05651 96162

Ralf Meusel, Hessen-Forst
Forstamt Hessisch Lichtenau
Retteröder Str. 17
37235 Hessisch Lichtenau
Telefon: 05602-9356-24
E-mail: Ralf.Meusel@forst.hessen.de