17. April 2012

Erdgasgewinnung in Nordhessen? BUND fordert Verbot der Erschließung unkonventioneller Lagerstätten mittels Fracking

Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks von Samstag beabsichtigt die deutsche Tochter des kanadischen Energieunternehmens BNK in Nordhessen unkonventionelle Lagerstätten von Erdgas mittels Fracking zu erschließen.

Beim Fracking werden große Mengen Wasser versetzt mit teils hochgiftigen und wassergefährdenden Chemikalien und weiteren Zusätzen unter hohem Druck in die gashaltigen Schichten verpresst. Durch die Aufsprengung des Gesteinsverbundes kann das Erdgas dann gefördert werden.

Nach Auffassung des BUND ist das Fracking eine Technologie, die erhebliche Risiken für die Umwelt birgt und deren Folgen nicht abschätzbar sind.

Rudolf Schäfer, BUND-Vorstandsmitglied: „Inwieweit die Erdgasförderung mittels Fracking ohne Beeinträchtigung des Grundwassers und weiterer Umweltschäden erfolgen kann, ist völlig ungeklärt. Aus den USA und aus Norddeutschland, wo das Verfahren bereits angewendet wird, sind zahlreiche Störfälle bekannt.“

Besonders kritisiert der BUND auch, dass nach deutschem Recht für die Erkundung von Lagerstätten weder eine Öffentlichkeitsbeteiligung noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen ist. Nach dem Bundesberggesetz sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit formeller  Öffentlichkeitsbeteiligung erst in der späteren Gewinnungsphase notwendig, dann aber auch erst ab einem täglichen Fördervolumen von 500.000 Kubikmeter Erdgas.

Rudolf Schäfer:„Das ist wie ein Freibrief für die unkontrollierte Erdgasförderung. Dringend erforderlich ist eine grundlegende Novellierung des undemokratischen Bergrechts. Solange diese nicht erfolgt ist, fordern wir die Landesregierung auf, eine Erschließung unkonventioneller Erdgasvorkommen nicht zu genehmigen.“

Rückfragen:

Rudolf Schäfer 0162 74 47 73 9