28. Oktober 2011

A44 – Pkw-Maut zur Finanzierung des Asphaltwahns

Anlässlich der heutigen Planfeststellung eines weiteren Abschnitts der Autobahn A 44 kritisiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das sture Festhalten an überholten und teuren Planungen und die Pläne zur Einführung der Pkw-Maut. BUND Vorstandsmitglied Otto Löwer: „Es ist doch absurd, dass die Politik der Bevölkerung wegen der leeren Kassen einerseits die Einführung der Pkw-Maut androht und andrerseits den Bau unnötiger Autobahnplanungen wie den Bau der Autobahn A 44 vorantreibt, obwohl hier für eine Autobahn kein Bedarf besteht.“

Der BUND erneuert seine Forderung, statt der A 44 die notwendigen Ortsumgehungen an der B7 zu bauen.  Die ausgebaute B7 würde die Orte entlasten, eine ausreichend dimensionierte Verkehrsverbindung sein und wäre auch für die Bevölkerung vorteilhafter. „Auf der A 44 müssen die Anwohner künftig Mautgebühren bezahlen. Würde die B7 ausgebaut, dann würden diese Kosten nicht anfallen“ erläutert Otto Löwer vom BUND.

Außerdem weist der BUND darauf hin, dass die Prognosen zum Verkehrsaufkommen auf der A 44 schon längst nicht mehr stimmen und deshalb sogar von den Autobahnplanern nach unten korrigiert werden. Die nördlich des Werra-Meißner-Kreises verlaufende A 38 von Halle nach Göttingen zeigt, dass auch dort der Verkehr nicht so zugenommen hat wie die Planungsgutachten das vermuten ließen. Pendler werden, sollte die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) befürwortete Mautgebühr kommen, Autobahnen meiden und wieder auf Bundes- und Landesstraßen ausweichen. Dies würde nicht nur eine irrige Geldverschwendung, sondern auch einen ungeheueren Bodenverlust bedeuten und die Menschen an Autobahnen und sonstigen Straßen in diesen Regionen wären somit doppelt belastet.

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Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen: 0170 2277238