4. November 2011

Neuer Wildkatzenretter im Rheingau-Taunus: Landrat Burkhard Albers übernimmt Wildkatzenpatenschaft des BUND Hessen

Patenübergabe, von links: Jörg Nitsch (BUND Hessen), Burkhard Albers (Landrat) ; Foto: BUND Hessen

Die angehängten Fotos sind in Verbindung mit dieser Pressemitteilung unter Angabe der Fotografen zur Veröffentlichung freigegeben.
Patenübergabe (Foto: BUND Hessen)

Wildkatze klettert; Foto: Thomas Stephan

Wildkatze (Foto: Thomas Stephan)

Bad Schwalbach: Als neuer Wildkatzenpate unterstützt der Landrat Burkhard Albers ab sofort den hessischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei seinem Naturschutzprojekt „Rettungsnetz Wildkatze“. „Der Rheingau-Taunus ist ein sehr wichtiger Lebensraum für die seltene Wildkatze in Hessen. Wir tragen darum eine große Verantwortung für diesen kleinen heimischen Tiger in unseren Wäldern“, erklärt Landrat Albers anlässlich der Übergabe der Patenurkunde.  Eine Wildkatzen-Ausstellung im Kreishaus Bad Schwalbach informiert noch bis zum 17. November die Menschen im Rheingau-Taunus über ihre scheuen Mitbewohner und das BUND-Projekt. „In freier Natur hat man selten das Glück, eine Wildkatze zu sehen. Durch die Ausstellung lernen mehr Menschen diese faszinierenden, aber gefährdeten Tiere kennen“, hofft BUND Vorstandssprecher Jörg Nitsch.

Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, mit welchen Problemen die Wildkatze und andere Waldbewohner heute zu kämpfen haben. Denn noch vor wenigen Jahrhunderten streiften Wildkatzen durch fast ganz Deutschland. Heute sind sie in den meisten Gebieten ausgestorben. Siedlungen, Verkehrswege und strukturarme Ackerflächen verdrängen und zerschneiden ihren Lebensraum zunehmend. Die verbliebenen Wälder werden oft intensiv genutzt und bieten kaum mehr Totholzhaufen, Waldwiesen und strukturreiche Waldränder. Die Wildkatzen sind auf wenige, isolierte Waldinseln angewiesen. Wagen sie sich auf Wanderschaft, werden sie oft von Autos überfahren. In Deutschland und in Hessen steht die Art darum auf der Roten Liste.  

„Nur wenn wir die Wälder langfristig wieder miteinander verbinden, können sich die Teilpopulationen der Wildkatze untereinander austauschen und überleben. In den Spuren der Wildkatze werden dann auch andere Arten des Waldes folgen“, informiert die BUND Wildkatzenexpertin Sarah Friedrichsdorf. Bereits seit Jahren setzt sich der BUND Hessen für die heimlichen Waldbewohner ein. Unterstützt wird er dabei von seinen Wildkatzenpaten. Wichtigstes Ziel des „Rettungsnetz Wildkatze“:  Die Vernetzung der Wälder durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. Hessen als Verbindung zwischen den beiden letzten großen Wildkatzenvorkommen in Mittel- und Westdeutschland steht dabei in einer besonderen Verantwortung. Der Taunus beherbergt eines der letzten großen Wildkatzenvorkommen in Hessen und ist eine wichtige Quellpopulation für die zukünftige Besiedlung anderer Wälder. 

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Sarah Friedrichsdorf

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