11. November 2011

Bebauungsplan Vorderheide II: Vorerst keine Bagger in der Vorderheide

Rettet die Vorderheide

Einen wichtigen Zwischenerfolg hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei seiner Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan Vorderheide II der Stadt Hofheim am Taunus erreicht. Die alten Obstbäume bleiben dort erst einmal stehen, denn der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat der Stadt auf Antrag des BUND untersagt, „vollendete Tatsachen zu schaffen“. BUND Vorstandssprecher Thomas Rahner: „Das ist eine gute Entscheidung für die Natur und die Erholungssuchenden.“

Anlass der gerichtlichen Verfügung ist der gestern vom BUND gestellte Eilantrag, mit dem der Verband auf die Ankündigung der Stadt vom vergangenen Mittwoch reagiert hatte. „Als wir die Presseberichte gelesen hatten, mussten wir schnell handeln“, erläutert BUND Vorstandssprecher Rahner. Die Stadt Hofheim hatte am Mittwoch angekündigt, dass sie schon in der nächsten Woche beginne wolle, 38 ökologisch wertvolle alte Obstbäume aus der Vorderheide zu entnehmen. Diese Planung hat das Gericht nun vorläufig gestoppt. Es ist damit dem BUND in ersten Schritt gefolgt, der gestern vorgetragen hatte, dass die über das ganze Gebiet verstreuten Bäume unter Einsatz von schwerem Gerät entnommen werden sollen und deshalb erhebliche Veränderungen und Nachteile für gesetzlich geschützte Tierarten zu erwarten seien.

Die Stoppanordnung des Gerichts verschafft der Natur aber nur eine Verschnaufpause.  Erst wenn das Gericht die Stoppanordnung im Eilverfahren bestätigt, haben die Mitglieder des Vereins Lebenswertes Hofheim und des BUND Ortsverbandes Hofheim/Kelkheim Grund zum Optimismus, dass sie die Streuobstwiesen dauerhaft gegen den Bebauungsplan verteidigen können.

Der Verein Lebenswertes Hofheim e.V. will gemeinsam mit dem BUND die Realisierung des umstrittenen Bebauungsplans „Vorderheide II“ verhindern, weil die Flächen einen wichtige Bestandteil des Natur- und Erholungsraumes „Bauerlöcher Wiesen“ darstellen und hier über 200, z. T. gefährdete Arten leben. Häufiger Bewohner des Gebietes ist z.B. der Gartenrotschwanz, der Vogel des Jahres 2011. Weitere bedrohte Arten, die durch das Baugebiet ihren Lebensraum verlieren würden, sind z.B. der Steinkauz und gleich fünf heimische Spechtarten. Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht, Grünspecht und Grauspecht brüten heute in der Vorderheide oder besuchen sie regelmäßig zur Nahrungssuche.

Rückfragen beantwortet Ihnen:

Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen              0170 2277238