27. Juni 2011

BUND erfreut über Weltnaturerbetitel für Buchenwald im Nationalpark Kellerwald

Nationalpark Kellerwald-Edersee (Foto: Niko Martin)

Nationalpark Kellerwald–Edersee (Foto: Niko Martin) XXL-Ansicht

Schild Nationalpark Kellerwald–Edersee (Foto: Niko Martin)

Der hessische Landesverband des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) äußert sich hocherfreut über die Entscheidung der Unesco, fünf Buchenwälder in Deutschland, darunter auch der Buchenwald im Nationalpark Kellerwald im Landkreis Waldeck-Frankenberg, als Weltnaturerbe auszuweisen.

Jörg Nitsch, BUND-Vorstandssprecher: „Deutschland trägt eine besondere Verantwortung zum Schutz alter Buchenwälder, die zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen der Erde gehören. Ursprünglich ist ein Viertel der weltweiten Buchenwaldbestände hierzulande beheimatet gewesen. Derzeit gibt es alte Buchenwälder jedoch nur noch auf deutlich weniger als 1% der Waldfläche Deutschlands.“

Der BUND wertet die Unesco-Entscheidung als einen wichtigen Schritt zum Schutz der Buchenwälder in Deutschland, fordert aber von der Bundesregierung ein nationales Schutzprogramm für weitere Buchenwälder. Bislang seien erst wenige Prozent der Buchenwälder von der Holznutzung ausgenommen.

Jörg Nitsch: „Wir fordern, dass insgesamt ein Zehntel der gesamten Waldfläche Deutschlands aus der wirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wird und weitere Schutzgebiete in Buchen- und Laubwäldern eingerichtet werden, so z.B. die Einrichtung eines Nationalparks im Steigerwald und in der Senne-Egge sowie nutzungsfreie Kerngebiete mit naturnahen Buchenwäldern in den Biosphärenreservaten Pfälzer Wald und Rhön. Außerdem müssen alle Buchenwälder, die größer als 1000 Hektar sind und sich in Bundesbesitz befinden, dauerhaft der natürlichen Entwicklung überlassen werden.“

Nach Auffassung des BUND können nur in großen und zusammenhängenden Schutzgebieten viele der bedrohten Tier- und Pflanzenarten erhalten werden. Deshalb sei Hessen wie auch die anderen Bundesländer gefordert, mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu sichern. Dies gelte nicht nur für Wälder, sondern auch für Moore, Wiesen und Weiden.

Rückfragen:

Jörg Nitsch, 0171 6418094