9. Dezember 2011

Alles für die Katz! BUND-Regionalkonferenz in der Rhön zum länderübergreifenden Wildkatzenschutz

Teilnehmer der Wildkatzen-Regionalkonferenz (Foto: BUND)

Die angehängten Fotos sind in Verbindung mit dieser Pressemitteilung unter Angabe der Fotografen zur Veröffentlichung freigegeben.
Teilnehmer der Regionalkonferenz (Foto: BUND)

Wildkatze (Foto: Thomas Stephan)

Wildkatze (Foto: Thomas Stephan)

Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Interessensgruppen aus Hessen, Thüringen und Bayern kamen auf Einladung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Regionalkonferenz ins hessische Ehrenberg, um gemeinsam über die Wildkatze und deren Schutz zu diskutieren. „Die Wildkatze hat die hessische Rhön in den letzten Jahren wieder besiedelt. Damit die oft stark getrennten Vorkommen langfristig überleben können, ist es aber sehr wichtig, sie miteinander zu verbinden“, erläuterte Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen. Hierzu stellte der BUND den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Behörden, Forst, Jagd und Naturschutz den „Wildkatzenwegeplan“, ein deutschlandweites Biotopvernetzungsprojekt, vor. „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“ ist auch der Name der von der EU geförderten LIFE+ Kommunikationskampagne, in deren Rahmen die Konferenz in der Rhön stattfand.

„20.000 km grüne Korridore: Das ist eine Vision, die wir verwirklichen wollen. Hessen als waldreiches Bundesland in der Mitte spielt dabei eine entscheidende Rolle“, erklärte Thomas Norgall vom BUND den Wildkatzenwegeplan. Der Plan zeigt, wie mithilfe von Korridoren ein Netz aus Wäldern quer durch Deutschland entstehen kann. Dafür müssen Büsche und Bäume gepflanzt und Verkehrswege für Wildtiere passierbar gemacht werden. In den Spuren der Wildkatze folgen dann auch andere Arten des Waldes. Hessen steht dabei in einer besonderen Verantwortung: Durch unser Bundesland verlaufen wichtige Korridore, um die beiden letzten großen deutschen Restvorkommen der Wildkatze zu verbinden. Bereits seit 2004 setzt sich der BUND Hessen mit seinem „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Art und ihres Lebensraums ein.

Noch vor wenigen Jahrhunderten streiften Wildkatzen durch fast ganz Deutschland. Heute ist die heimische Art in den meisten Gebieten ausgestorben. Nur noch wenige tausend Tiere leben zurückgezogen und heimlich in unseren naturnahen Wäldern. Siedlungen, Verkehrswege und öde Agrarflächen verdrängen und zerschneiden den Lebensraum der Wildkatze zunehmend. Wagen sich die Tiere auf Wanderschaft, werden sie oft von Autos überfahren. Wegen des fehlenden Austauschs untereinander sind kleine Wildkatzen-Vorkommen durch Krankheit und Inzucht gefährdet. In Deutschland und Hessen steht die Wildkatze darum auf der Roten Liste.

Rückfragen beantwortet Ihnen:

Sarah Friedrichsdorf

Netzwerk Naturschutz
BUND Landesverband Hessen e.V.
Ostbahnhofstraße 13
60314 Frankfurt

sarah.friedrichsdorf@bund-hessen.de
Telefon: 069/677376-16
Fax: 069/677376-26

www.bund-hessen.de
www.facebook.com/wildkatze.bund