23. November 2010

BUND Hessen fordert Fortsetzung der Integrierten Planung Main-Kinzig-Fulda / Prüfergebnis des Bundesverkehrsministeriums (BMVBS) über die Schienenausbauplanung in Kinzigtal und Spessart

Durch die vor kurzem veröffentlichten Prüfergebnisse des Bundesverkehrsministeriums zum Ausbau-Bedarfsplan der Bundesschienenwege kommt laut Bund für Umwelt und Naturschutz Hessen wieder Dampf in die Variantendiskussion im Kinzigtal.

Für Stephan Henrich vom BUND-Arbeitskreis Verkehr ist es nach ca. 7 Jahren Stillstand „allerhöchste Eisenbahn“, jetzt zeitnah mit einem Länder übergreifenden Raumordnungsverfahren ergebnisoffen alle noch denkbaren Varianten im Dreieck Hanau – Fulda – Würzburg auf ihre Raumverträglichkeit hin zu untersuchen. Ansonsten wären die von der Bahn vor knapp zehn Jahren mit erheblichem Geld- und Zeitaufwand erhobenen Umweltdaten veraltet und es entstünden weitere Verzögerungen.

Zudem müssen nach Auffassung des BUND Hessen jetzt auch die richtigen Lehren aus der Diskussion um „Stuttgart 21“ gezogen werden. Nur mit „maximaler Transparenz der Entscheidungsprozesse und frühest möglicher Einbindung aller Planungsbetroffenen kann ein Bauprojekt dieser Größenordnung in einem derart dicht besiedelten und gleichzeitig ökologisch hochwertigen Raum erfolgreich realisiert werden“, so Henrich weiter. Daher muss der damalige Ansatz einer Integrierten Planung insbesondere bezüglich der Kommunikationsstrategie der Bahn und der sonstigen Entscheidungs-träger unbedingt fortgesetzt werden.

Aber auch planerisch sind integrierte Lösungsansätze dringend erforderlich. Dass die sogenannte Entwurfsgeschwindigkeit des Neubauabschnittes in der  Wirtschaftlichkeitsprüfung offenkundig zur Baukostenreduzierung schon von ursprünglich 300 km/h auf 250 km/h abgesenkt wurde, wird vom BUND zwar begrüßt, aber angesichts der Planungszwangspunkte in den in der Raumempfindlichkeitsuntersuchung 2003 ausgewiesenen Korridoren noch nicht für ausreichend empfunden, um umwelt- und lärmverträgliche Trassenvarianten entwickeln zu können. Als weitere Bestandteile einer integrierten Gesamtlösung erwartet der BUND von der Bahn verbindliche Aussagen zur verbleibenden Lärmbelastung und deshalb notwendigen Schallschutzmaßnahmen an den Altstrecken Hanau-Fulda/Würzburg, dem künftigen Fahrplanangebot auch im Nah- und Regionalverkehr sowie der ICE-Anbindungsqualität von Aschaffenburg.

Bei Rückfragen:

Stephan Henrich, stv. Sprecher des Landesarbeitskreises Verkehr im BUND Hessen e.V.
Tel: 0641/306-2331