20. Juli 2010

Aktionsbündnis gegen Gentechnik begrüßt ablehnende Haltung des Hessischen Umweltministeriums

Nein zu Patenten auf Brokkoli und Anti-Matsch-Tomaten

Das Aktionsbündnis gegen Gentechnik auf Hessens Feldern und Tellern unterstützt die ablehnende Haltung des Hessischen Umweltministeriums gegenüber Patenten auf Pflanzen und Tiere und begrüßt die Pressemeldung des HMUELV vom heutigen Tag, in der Umweltstaatssekretär Weinmeister mit den Worten zitiert wird: "Pflanzen und Gemüse sind keine technischen Erfindungen und daher nicht patentierbar“.

Anlässlich des heute stattfindenden Anhörungsverfahren zum sogenannten „Brokkoli-Patent“ und „Anti-Matschtomaten-Patent" vor dem Europäischen Patentamt in München fordert das Aktionsbündnis ein gesetzliches Verbot der Patentierung von Zuchtverfahren, von Pflanzen und Tieren und ihren Genen.

Dietmar Groß, Sprecher des Aktionsbündnisses: "Bei den jetzt zur Verhandlung anstehenden Patenten handelt es sich nicht um gentechnisch veränderte Organismen, sondern um konventionell gezüchtete Pflanzen. Da beide Patente die gesamte Produktionskette von der Zucht bis hin zum Lebensmittel umfassen, erhalten die Patentinhaber damit die Kontrolle über die gesamte Kette der Lebensmittelproduktion und können ihre Marktmacht ausbauen. Es besteht so die Gefahr, dass durch die Patentierung die Preise für Lebensmittel und Saatgut steigen, was die Nahrungsmittelkrise verschärfen kann. Außerdem wird ein freier Austausch von Saatgut zwischen Landwirten in armen Ländern durch die Patente behindert."

Das Aktionsbündnis gegen Gentechnik auf Hessens Feldern und Tellern fordert Umweltministerin Lautenschläger und Umweltstaatssekretär Weinmeister auf, sich auch gegen die Patentierung von Lebewesen auszusprechen, die mit gentechnischen Methoden erzeugt worden sind, da es ein „Patent auf Leben“ grundsätzlich nicht geben könne. Bisher gehe es der hessischen Landesregierung nur um die „klassische Züchtung.“ Es sei jedoch konsequent, das Verbot für alle Züchtungsformen zu fordern.
   

Rückfragen:

Dietmar Gross, Sprecher des Aktionsbündnisses,  mobil: 0170 3803416
Michael Rothkegel, Sprecher des Aktionsbündnisses, mobil: 0151 12068590  

Mitglieder des Bündnisses "Keine Agrogentechnik auf Hessens Feldern und Tellern":  
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Alnatura, Attac, Tegut, Bioland, Bundesverband Naturkost, Naturwaren, Einzelhandel (BNN), Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Demeter, Stiftung Eurotoques,  Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Greenpeace, Naturland, Siebenkorn - die Bäcker, Vereinigung ökologischer Landbau(VÖL), Bingenheimer Saatgutinitiative AG, Vereinigung Hessischer Direktvermarkter, Zivilcourage Vogelsberg, Initiative gentechnikfreie Region Wolfhagen, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Upländer Bauernmolkerei, Umweltbeauftragter der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck