10. Dezember 2010

Verbändekampagne unterstützt Forderung nach Umweltzone ’Rhein-Main’ – Beschluss zur Filterpflicht für Baumaschinen in Frankfurt ist wegweisend!

Logo der Kampagne Rußfrei fürs Klima

Dieselruß schadet Klima und Gesundheit – die Luftqualität kann durch die Schaffung einer Umweltzone ’Rhein-Main’ und die baldmögliche Umsetzung des Beschlusses der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung zu Partikelfiltern in Baumaschinen deutlich verbessert werden.

Frankfurt am Main, 10.12.2010
Die Städte im Rhein-Main-Gebiet zeigen ihren Willen zur Schaffung einer einheitlichen Umweltzone, aber die schwarz-gelbe Landesregierung scheint diese Signale nicht zu verstehen. Schon seit längerem setzt sich der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main für die Schaffung einer Umweltzone ’Rhein-Main’ ein, mit den zwei Landeshauptstädten Wiesbaden(Hessen) und Mainz (Rheinland-Pfalz) kommen nun zwei einflussreiche Mitstreiter hinzu.

Der Plan von Wiesbaden und Mainz sich bei der geplanten gemeinsamen Umweltzone an den  Frankfurter Regelungen zu orientieren spreche für Weitsicht, denn damit dokumentierten die Städte ihr Verantwortungsbewusstsein. Die Vorteile einer großen Umweltzone seien in Berlin durch umfangreiche Untersuchungen nachgewiesen worden, nachteiligen Auswirkungen für Handwerk und Wirtschaft gäbe es nicht.

Dr. Axel Friedrich, internationaler Verkehrsberater, erläuterte, dass in Berlin binnen Jahresfrist nach Einführung der Umweltzone (Stufe 1 in 2008) die verkehrsbedingte Rußbelastung bereits um 24 Prozent und die Stickstoffdioxidbelastung um 14 Prozent zurückgegangen seien. 2009 waren es 35 Prozent weniger Dieselrußemissionen und 19 Prozent geringere Stickstoffdioxidbelastungen.  Mit der Verschärfung der Umweltzone (nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette seit 01. Januar 2010) sei mit einer weiteren deutlichen Luftqualitätsverbesserung zu rechnen. „Eine möglichst große Umweltzone hat einen doppelten Effekt“, weiß Friedrich. “Durch die Verminderung von Dieselrußemissionen hilft sie die Gesundheit der Menschen zu verbessern und das Klima zu schonen.“ Er forderte deshalb im Rhein-Main-Gebiet, wie in Berlin und Hannover, die Umstellung der Anforderung für die  Umweltzonen auf die grüne Plakette.

Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen e.V., zeigt sich erfreut über die Entwicklungen in den Städten: „Wenn sich viele weitere Kommunen der Forderung nach einer regionalen Umweltzone ’Rhein-Main’ anschließen, wird auch die Landesregierung sich nicht dauerhaft ihrer Verantwortung entziehen können.“

Frankfurts Umweltdezernentin Dr. Manuela Rottmann freut sich über die Unterstützung der Umweltverbände: „Beim Feinstaub sehen wir schon Fortschritte, doch die gesundheitsgefährdende Belastung mit Stickoxiden lässt sich nur großräumig senken. Hier muss die Landesregierung für den gesamten Ballungsraum Rhein-Main einen Lösungsweg anbieten, um die EU-Vorgaben einhalten zu können. Auch die Dieselruß-Emissionen  von  Baumaschinen sollten eigentlich – wie in der Schweiz – durch nationale Standards gesenkt werden,“ forderte Rottmann.  Hier gehe Frankfurt nun mit gutem Beispiel voran. Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung werden künftig vorrangig Baumaschinen eingesetzt, die mit Dieselrußfiltern ausgestattet sind. Hessens größte Stadt folgt damit einer Forderung der Umweltverbände.

Diese waren nämlich bereits letztes Jahr mit der Forderung nach eine Filterpflicht für Baumaschinen in Frankfurt vor die Presse getreten. Barbara Göppel, Deutsche Umwelthilfe e.V., begrüßt diesen Beschluss, betont aber: „Wichtig ist, dass Frankfurt eine weiterführende Regelung zum zwingenden Einsatz von Baumaschinen und -fahrzeugen sowohl für öffentliche wie private Baumaßnahmen beschließt. Andernfalls werden wir vom Dieselruß belastete Bürger mit Musterklagen gegen das Land Hessen unterstützen und wie in Stuttgart den Gesundheits- und Klimaschutz juristisch durchsetzen.“, so Göppel abschließend.
 

Ansprechpartner:

Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte,
axel.friedrich.berlin@googlemail.com, Tel. 0152/29483857
 
Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte BUND Bundesverband
Jens.hilgenberg@bund.net, Tel. 0151-56313302
 
Barbara Göppel, Projektmanagerin Deutsche Umwelthilfe,
goeppel@duh.de, Tel. 030/280086774
 
Die Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ wird getragen von den deutschen Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden Bund für Umwelt und Naturschutz BUND, Naturschutzbund NABU, Verkehrsclub Deutschland VCD und Deutsche Umwelthilfe DUH. Ziel der Kampagne ist es, die Klimawirkung von Dieselrußemissionen ins Bewusstsein von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu bringen und Maßnahmen zur Rußminderung einzufordern.
www.russfrei-fuers-klima.de

PM übersandt von
Thomas Norgall, BUND Hessen
thomas.norgall@bund-hessen.de
Telefon: 069/67737614 (Durchwahl)
Mobil: 0170 2277238