7. Dezember 2010

Studie „Leitstern 2010“: Hessen auf schlechtem 13. Platz beim Länderranking zum Ausbau und zur Förderung Erneuerbarer Energien / BUND kritisiert rückwärtsgewandte Energiepolitik der Landesregierung

In der aktuellen Studie "Leitstern 2010" der Agentur für Erneuerbare Energien, die dieser Tage veröffentlicht worden ist, landet Hessen in einem Bundesländervergleich zum Ausbau und zur Förderung Erneuerbarer Energien im Gesamtergebnis nur auf einem schlechten 13. Platz. Von den Flächenbundesländern ist allein das Saarland noch schlechter positioniert.

Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer: „Das Ergebnis der Studie ist ein Armutszeugnis für die hessische Energiepolitik und belegt eindeutig, dass die Landesregierung unter Ministerpräsident Volker Bouffier zwar hehre Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien verkündet, aber ihre Politik überhaupt nicht an diesen Zielen ausrichtet.“

Für den BUND ist es deshalb folgerichtig, dass bei der Bewertung der landespolitischen Aktivitäten zur Nutzung der Erneuerbaren Energien Hessen in der Studie sogar nur auf dem vorletzten Platz landet.

Michael Rothkegel: „Die hessische Landesregierung setzt sich für eine massive Laufzeitverlängerung für die Schrottreaktoren A und B des AKW Biblis ein, befürwortet den Bau eines Kohlekraftwerksblockes 6 am Standort Staudinger, beschließt eine Änderung der Hessischen Bauordnung, um der zukunftsweisenden Marburger Solarsatzung die Rechtsgrundlage zu entziehen und bremst den notwendigen Ausbau der Windenergie in Hessen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Hessen wird so massiv behindert. Dies ist umso bedauerlicher, weil unser Bundesland laut der Studie bei der gesellschaftlichen Akzeptanz für Erneuerbare Energien einen guten dritten Platz belegt.“

Der BUND unterstützt nachdrücklich die Aussage des Geschäftsführers der Agentur für Erneuerbare Energien, Jörg Mayer, wonach Ausbauerfolge bei den Erneuerbaren Energien nicht nur eine Frage von Windstärken und Sonnenstunden seien. Die Bundesländer hätten es selbst in der Hand, ob sich innovative Unternehmen ansiedeln, wo neue Technologien produziert werden und welche Planungsvorgaben für Anlagen und Projekte herrschen.

Michael Rothkegel:“Die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans ab dem nächsten Jahr wird zu einer Nagelprobe für die Landesregierung. Ohne eine klare landespolitische Steuerung der Erneuerbaren Energien, insbesondere und gerade auch der Windenergie, wird das Ziel der Landesregierung bis 2020 20% des Endenergieverbrauchs ohne Verkehr durch Erneuerbare Energien bereit zu stellen, nicht erreichbar sein.“

Der BUND unterstützt die in der Studie "Leitstern 2010" getroffenen Schlussfolgerungen, wonach die  Bundesländer über Potenziale in allen Bereichen der Erneuerbaren Energien verfügten und auf größtmögliche Vielfalt und auf alle Technologien setzen sollten.

Michael Rothkegel: „Verwunderlich ist, dass Wirtschaftsminister Posch sich nicht viel stärker für die Erneuerbaren Energien in Hessen einsetzt, wird in der Studie doch bestätigt, dass Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien von neuen Arbeitsplätzen, Wertschöpfung und Technologieentwicklung profitieren. Hier lässt die Landesregierung viel hessisches Potential ungenutzt liegen.“

Die Studie “Leitstern 2010“ ist im Internet zu finden unter:
www.unendlich-viel-energie.de/de/der-deutsche-erneuerbare-energie-preis/leitstern-2010/ergebnisse.html

Rückfragen an:

Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer
Mobil 0151 12068590