15. Dezember 2010

Regionaler Flächennutzungsplan: BUND kritisiert ungebremsten Flächenverbrauch und bewertet die fehlende Windenergieplanung als Armutszeugnis

Karte der Mitgliedsgemeinden des Umlandverbands Frankfurt und des (größeren) Planungsverbands. (Michael König; GNU-FDL / CC-by-SA)

Karte der Mitgliedsgemeinden des Umlandverbands Frankfurt und des (größeren) Planungsverbands. (Michael König; GNU-FDL / CC-by-SA)

Der hessische Landesverband des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) kritisiert den ungebremsten Flächenverbrauch im heute von der Verbandskammer des Planungsverbandes Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main verabschiedeten Regionalen Flächennutzungsplan.

Michael Rothkegel, Geschäftsführer des BUND: „Angesichts der Prognose einer stagnierenden, bestenfalls leicht wachsenden Bevölkerungsentwicklung ist mir völlig unverständlich, wie Verbandsdirektor Kasseckert von einer „effizienten Flächennutzung“ sprechen kann, wenn das Planwerk 2300 ha Fläche für neue Wohngebiete vorsieht. Dies ist alles andere als ein nachhaltiger Umgang mit der knappen Ressource Fläche. Vielmehr wird einem ungebremsten Flächenverbrauch weiter Vorschub geleistet.“

Der BUND sieht ebenso wie bei den geplanten Wohngebieten auch bei der Planung neuer Gewerbegebiete in einer Größenordnung von 2100 ha ein reines Wunschkonzert der Städte und Gemeinden im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main. Eine Steuerung der Flächennutzung, die nach Auffassung des BUND eine deutliche Reduzierung des Flächenverbrauchs anstreben müsste, fehlt völlig.

Michael Rothkegel: „In der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist als Ziel formuliert, den täglichen Flächenverbrauch  von derzeit etwa 120 ha bis zum Jahr 2020 auf 30 ha, also um 75% zu reduzieren. Aktuell werden in Hessen durchschnittlich 3,5 ha pro Tag neu versiegelt. Würde das Ziel der Bundesregierung auf Hessen übertragen, würde dies eine Reduktion des Flächenverbrauchs bis 2020 auf etwa 0,9 ha pro Tag erfordern. Bei einer Ausnutzung der im Regionalen Flächennutzungsplan vorgesehenen zusätzlichen Wohn- und Gewerbegebiete von nur 60% der geplanten 4400 ha würde der tägliche Flächenverbrauch über die Laufzeit des Planwerks von 10 Jahren schon etwa 0,7 ha pro Tag allein im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main betragen. Das ist viel zuviel.“

Dass es dem Planungsverband nicht gelungen ist, im Regionalen Flächennutzungsplan ausreichend Vorrangflächen für die Windenergienutzung vorzusehen, hält der BUND für ein Armutszeugnis.

Michael Rothkegel: „Dies ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass eine Energiewende hin zur verstärkten Nutzung Erneuerbarer Energien von CDU und FDP, auf deren Betreiben letztlich nur noch 0,14 % der Fläche des Ballungsraumes Frankfurt/Rhein-Main zur Windenergienutzung vorgesehen waren, nicht gewollt ist. CDU und FDP im Planungsverband fallen auch der CDU-FDP geführten Landesregierung in den Rücken. Ohne eine substantielle Ausweisung von Windvorrangflächen, auch im Ballungsraum, wird das Ziel der Landesregierung bis 2020 20% der benötigten Endenergie ohne Verkehr aus Erneuerbaren Energien bereitzustellen, nicht zu erreichen sein. Ich hoffe sehr, das bei der jetzt notwendigen Aufstellung eines „Teilplanes Wind“ CDU und FDP Vernunft walten lassen und von der bisherigen Verhinderungsplanung Abstand nehmen.“

Rückfragen:

Michael Rothkegel, 0151 12068590