29. Dezember 2010

Block 6 Kohlekraftwerk Staudinger: BUND kritisiert erste Teilgenehmigung

Der hessische Landesverband des BUND kritisiert die am Mittwoch bekannt gewordene erste Teilgenehmigung für den geplanten Block 6 Kohlekraftwerk Staudinger.
 
Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer: "Der Block 6 wird unter den gegebenen Bedingungen der von uns abgelehnten Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, des stetigen Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der absehbaren Kostensteigerungen durch die CO2-Emissionszertifikate nicht wirtschaftlich zu betreiben sein. Es wäre deshalb nur redlich, wenn EON endlich Farbe bekennt und sich von den Ausbauplänen verabschiedet."
 
Der BUND erinnert daran, dass sich die Stadtwerke Hannover Anfang November aus dem Projekt Block 6 Kohlekraftwerk Staudinger zurückgezogen hatten. Mit dem Verkauf des letzten 12,6 %-Anteils von insgesamt 25 % am geplanten Block 6 hätten die Stadtwerke Hannover einen konsequenten Schritt gegen die E.ON -Kohlepolitik gemacht. Der Ausstieg sei von den Stadtwerken Hannover begründet worden mit den zum schlechten veränderten Rahmenbedingungen aufgrund des Energiekonzepts der Bundesregierung.
 
Michael Rothkegel: "Teurer Strom aus einem neuen, noch nicht abgeschriebenen Kohlekraftwerk wird keine Zukunft haben. Auch die Ankündigungen von E.ON, u.a. aus Klimaschutzgründen verstärkt in Erneuerbare Energien zu investieren, ist wenig glaubwürdig, solange an Block 6 festgehalten wird. Durch den Betrieb von Block 6 werden jährlich 5-6 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. "
 
Der BUND erläutert, dass Kohlekraftwerke im Vergleich zu Gaskraftwerken aufgrund relativ hoher Investitionskosten nur dann wirtschaftlich zu betreiben sind, wenn der Betrieb in der Grundlast erfolgt, d.h. mehr als 7000 Stunden im Jahr bezogen auf Vollauslastung. Dies habe auch EON immer wieder betont.
 
Michael Rothkegel: "Schon heute müssen Kohlekraftwerke mehr und mehr heruntergefahren werden, wenn viel Strom aus Windenergie oder Solaranlagen produziert wird. Denn dieser Strom wird nach dem Erneuerbare Energien Gesetz vorrangig eingespeist. Und der Anteil von Strom aus Wind, Sonne und Biomasse wird weiter deutlich ansteigen."

Rückfragen:

Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer, 0151 120 68 590