17. Dezember 2007

Pressemitteilung BUND Hessen:

Hessen hinten mit Koch vorn
Was leistet Hessen für den Umweltschutz? Ranking der Bundesländer der Zeitschrift Geo

Pressemitteilung, 17. Dezember 2007

BUND Vorstandssprecher Herwig Winter nimmt in einem aktuellen Kommentar auf der Website des BUND Hessen zur Landtagswahl www.hessenwahl.bund-hessen.de Stellung zum Ranking der Bundesländer in Sachen Klima- und Umweltschutz durch die Zeitschrift Geo.

"Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann hat GEO ihn jetzt geliefert: Beim Ranking der Bundesländer in Sachen Klimaschutz belegt Hessen den drittletzten Platz; beim CO2-Ausstoß sogar den letzten. (www.geo.de/GEO/natur/55532.html) Diese Platzierung verdankt Hessen der Regierung Koch, die bei der Energiepolitik die ideologische Brille aufgesetzt hat, welche Atomkraftwerke rosarot, Windkraftanlagen aber als lebensbedrohende Monster erscheinen lässt, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt. Ginge es nach Roland Koch und seinem für Naturschutz zuständigen Minister Wilhelm Dietzel, dann würde Hessen zur windkraftfreien Region erklärt.

Dabei wissen die Christdemokraten nur zu gut, dass ihnen in Sachen Klimaschutz die Zeit davonläuft und schnellstmögliches Handeln angesagt ist. Doch anstatt alles daranzusetzen, damit die klimafreundlichen regenerativen Energien vorangebracht werden, blockiert die Regierung Koch bei der Windkraft jegliche sinnvolle Entwicklung ausgerechnet mit dem Argument, diese Anlagen würden die Landschaft verschandeln. Hat man dieses Argument aus dem Mund eines führenden CDU-Politikers schon einmal gehört im Zusammenhang mit Autobahn- und Straßenbau auf Kosten selbst von FFH-Gebieten oder im Zusammenhang mit der Ansiedlung von Industrie und der Erweiterung von Flughäfen, auch wenn sogar Bannwald daran glauben muss? Täglich rund 6 ha Landschaft fallen in Hessen dieser verfehlten Flächenpolitik zum Opfer.

Das Atomkraftwerk Biblis mit seinen gewaltigen Kühltürmen und den kreuz und quer durchs Land führenden Hochspannungsleitungen scheint in den Augen der Konservativen im Gegensatz zu Windrädern die Landschaft optisch zu bereichern. Dabei sind gerade Windkraftanlagen, sollten sie sich an der einen oder anderen Stelle wirklich als störend oder überflüssig erweisen, sozusagen über Nacht abbaubar, ohne dass sie irgendwelche schädlichen Nachwirkungen hinterlassen. Kein radioaktiver Müll oder klimakillendes CO2 oder sonstige Probleme, deren Lösung künftigen Generationen aufgehalst würde.

Wer so verantwortungslos mit den drängenden Problemen der Gegenwart umgeht wie die Koch-Regierung, hat etwas verdient: die brutalstmögliche Entscheidung der hessischen Wählerinnen und Wähler am 27. Januar 2008."

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
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