6. Dezember 2007

Nutzung der Atomenergie weder wirtschaftlich noch klimapolitisch zukunftsfähig

Nutzung der Atomenergie weder wirtschaftlich noch klimapolitisch zukunftsfähig
BUND: Alternativen, effiziente Stromnutzung und erneuerbare Energien, sind schon vorhanden

Pressemitteilung, 06. Dezember 2007

BUND Vorstandssprecher Hermann Maxeiner nimmt in einem aktuellen Kommentar auf der Website des BUND Hessen zur Landtagswahl www.hessenwahl.bund-hessen.de zu den Aussagen zur Nutzung der Atomkraft und zum Weiterbetrieb von BIBLIS A und B im "Regierungsprogramm 2008-2013" der CDU Stellung:

Die Mär vom angeblich konkurrenzlos billigen Atomstrom beruht auf staatlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben in einer Gesamthöhe von weltweit über 1000 Milliarden US-Dollar bis heute, das sind mehr als 90% dieses Ausgabenblocks. Dem standen in den letzten 30 Jahren lediglich 20 Milliarden US-Dollar für die Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien und 30 Mrd. US-Dollar für Markteinführungshilfen gegenüber. Im EURATOM-Budget sind für den nächsten 5-Jahreszeitraum über 3 Milliarden Euro vorgesehen. Hinzu kommen wirtschaftliche Privilegien, wie die Freistellung von Haftpflichtversicherungen, obwohl das Gefahrenpotential unermesslich ist. Letzteres ist auch der Grund dafür, warum keine Versicherungsgesellschaft diese Gefahren absichern würde.

Weitere Privilegien sind die Befreiung von Brennstoffsteuern und die in Deutschland bis heute steuerfreien Rückstellungen für die spätere Stilllegung der Atomkraftwerke und die Entsorgung des radioaktiven Abfalls in Höhe von 30 Milliarden Euro, die von den Kraftwerksbetreibern für beliebige Investitionen eingesetzt werden können.

Nach wie vor ist die Frage der Endlagerung des atomaren Mülls und deren Kosten, die ja auch kommende Generationen noch zu tragen haben, nicht geklärt, ganz zu schweigen von den Kosten für Atommülltransporte und deren Sicherung sowie den Abriss der bestehenden Reaktoren.

Alternative Energien sind ein Jobmotor. Während in der Atomindustrie im Jahre 2002 noch 30.000 Menschen an einem gefährlichen Arbeitsplatz beschäftigt waren, sicherten die erneuerbaren Energien laut. Umweltbundesamt rund 120.000 Arbeitsplätze, die in den nächsten 10-20 Jahren allein in Deutschland auf 500.000 ansteigen sollen.

Atomkraft hilft nicht beim Klimaschutz. Ein denkbarer massiver Ausbau käme viel zu spät, zu teuer und ist mangels Uranreserven absurd.

Für den BUND Hessen steht fest:

AKW stehen der Energiewende zu Effizienz und erneuerbaren Energien im Weg. Sie haben einen schlechten Wirkungsgrad und sind als große, unflexible Einheiten anfällig für Störungen aller Art. Nach wie vor kann der in Biblis erzeugte Atommüll nicht sicher gelagert werden. Biblis A+B sind Störfall-Spitzenreiter in Deutschland. Erforderliche Nachrüstungen fehlen ebenso wie ein Schutz gegen Terroranschläge. Der Atomausstieg bietet erhebliche Arbeitsplatz-Chancen. Die Alternativen effiziente Stromnutzung und erneuerbare Energien sind schon vorhanden und benötigen keine "Brückentechnologie".

Den Kommentar und weitere Informationen des BUND gibt es auf www.hessenwahl.bund-hessen.de

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse