27. September 2006

Biblis muss vom Netz

Biblis muss vom Netz

Pressemitteilung, 27. September 2006

Als "unerträgliche Provokation" bezeichnet Brigitte Martin, Vorstandssprecherin des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), den RWE-Antrag zur Laufzeitverlängerung für den Block A des Atomkraftwerkes Biblis.

Der Antrag zielt nach Meinung des BUND klar auf den Bruch des Atomkonsenses, in dem auch RWE dem Ausstieg aus der Atomtechnologie zugestimmt hatte.

Mit Unterstützung von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wird nun die durch die Gesundheitsreform angeschlagene Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck gesetzt, den im Koalitionsvertrag mit der SPD festgeschriebenen Atomausstieg aufzukündigen. "RWE geht es ums Geld und Roland Koch um die Macht. Leidtragende ist die Sicherheit der Bevölkerung", sagt Brigitte Martin vom BUND.

Im Atomkonsens hatte RWE der Abschaltung von Biblis A für Mitte 2008 zugestimmt. Die unzureichende Sicherheitslage bei einer darüber hinausgehenden Betriebszeit bestätigte indirekt Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU), der einer Laufzeitverlängerung - trotz des klaren Atomkurses der hessischen Landesregierung - ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nicht zustimmen will - und auch nicht zustimmen darf.

Das Atomkraftwerk Biblis besitzt keine baulich getrennte Notstandswarte und ist weder gegen Abstürze noch gegen Terroranschläge mit größeren Flugzeugen geschützt, obwohl es in der Nähe des Frankfurter Flughafens liegt, auf dem jährlich fast 500.000 Flugbewegungen abgewickelt werden.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse