12. September 2006

Atomkraftbefürworter gefährden die Zukunft der Wirtschaft

Atomkraftbefürworter gefährden die Zukunft der Wirtschaft
BUND und BBU kritisieren Äußerungen Dietzels als verantwortungslos

Pressemitteilung, 12. September 2006

Wer wie Hessens Umweltminister Wilhelm Dietzel die Verlängerung der Laufzeit von Uraltreaktoren wie Biblis A (Ende ca. 2007) und B (Ende ca. 2009) fordert, hat offenbar noch immer nicht begriffen, dass er damit Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energietechnik gefährdet und die Schaffung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze verhindert. Die Behauptung, Atomstrom sei kostengünstig, gehört eindeutig in den Bereich der Fabeln. Der Atomstrom erscheint nur deshalb so billig, weil die Kosten für das Lagern und Bewachen des Atommülls über Jahrzehntausende von denen, die heute den Profit beim Stromverkauf einstreichen, nicht bezahlt werden müssen. Hinzu kommt, dass die Risiken der Schrottreaktoren Biblis A und B versicherungstechnisch nicht abgedeckt sind, sonst wäre die Mär vom billigen Atomstrom längst Schnee von gestern.

Selbst wenn der gleiche Störfall wie im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark in Biblis ausgeschlossen sein sollte, sind die Reaktorblöcke A und B alles andere als sicher. Die Atomreaktoren in Biblis gehören zu den ältesten Anlagen in Deutschland und sind, wie die Pannenserien der letzten Jahre eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, ausgesprochen störanfällig. Sie liegen in der Einflugschneise des stark frequentierten Frankfurter Flughafens. Dennoch ist insbesondere der Block A mit einem Reaktor-Containment von ca. 60 cm und Block B mit einem Reaktorcontainment von ca. 100 cm noch nicht einmal gegen Abstürze kleinerer Flugzeuge und Militärmaschinen und erst recht nicht gegen große Verkehrsflugzeuge ausgelegt. Ein Weiterbetrieb dieser Uraltreaktoren gefährdet das Leben und die Gesundheit Hunderttausender. 
Hinzu kommt, dass jeden Tag der Berg an radioaktivem Müll, für dessen Endlagerung bis heute noch keine Lösung gefunden ist, vergrößert wird. Vor diesem Hintergrund halten BUND und BBU einen Weiterbetrieb nicht nur für verantwortungslos gegenüber den Menschen in den Ballungsräumen Rhein/Neckar und Rhein/Main, sondern auch für unmoralisch im Hinblick auf künftige Generationen, die von der Energie nichts mehr haben werden, dafür aber den Atommüll über zig Jahrtausende hin bewachen müssen.

Der BUND und BBU erwarten von verantwortungsbewussten Politikern auf Landes- und Bundesebene, dass sie das Ansinnen der Ewiggestrigen, die das Rad der Energiepolitik in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückdrehen wollen, weiterhin zurückweisen.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse