20. März 2006

Internationaler Tag des Wassers am 22. 03. 2006

BUND zum Internationaler Tag des Wassers am 22. 03. 2006
Exkursion zu renaturierten Gewässern am 1. April 2006

Pressemitteilung, 20. März 2006

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzt sich bereits seit vielen Jahren für einen nachhaltigen Umgang mit unserem Wasser ein. Dies umfasst den Erhalt oder die Verbesserung der Qualität von Oberflächengewässern ebenso wie von Grundwasser. In einer Tagesexkursion am 1. April 2006 zeigt der BUND gelungene Beispiele von renaturierten Bächen im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Seit 2000 ist die nachhaltige Betrachtung und der Schutz von Wasser auch ein besonderes Anliegen der EU, die hierzu die europäische Wasserrahmen-Richtlinie herausgegeben hat. Erstmals wird hierin Wasser als ganzheitlich zu betrachtendes und nachhaltig zu schützendes Gut definiert. Der BUND fühlt sich durch diese Richtlinie bestärkt, beim Schutz des Wassers nicht nur die direkte menschliche Nutzung des Wassers beispielsweise als Trinkwasser zu berücksichtigen, sondern auch den Erhalt der Ökosysteme der Gewässer anzumahnen. Die Richtlinie besagt, dass europaweit der derzeitige Zustand aller Gewässer erfasst und bewertet werden. Im Anschluss sind durch die Staaten der EU jeweils Maßnahmen zu ergreifen, um Gewässer, die sich in einem guten Zustand befinden, in einem solchen zu erhalten und dort, wo Mängel festgestellt werden, diese bis zum Jahr 2015 zu beseitigen.

Bedenklich ist denn auch die zunehmende Verunreinigung der Oberflächen- und Grundwässer mit hormonähnlich wirkenden Substanzen. Sie stammen aus Arzneimitteln aber auch aus ganz normalen Gebrauchsgegenständen wie Kunststofftragetaschen oder Reinigungsmitteln. In Kläranlagen werden sie nur teilweise zurückgehalten und gelangen so in die Oberflächengewässer und durch Versickerung auch ins Grundwasser. Ihre Wirkung ist bereits jetzt an wassergebunden lebenden Tieren gut nachgewiesen. So sind teilweise unmittelbar nach Kläranlagenabläufen nur noch weibliche Fischbestände anzutreffen oder Frösche bleiben im Kaulquappenstadium stecken. Wann sie in für den Menschen wirksamen Mengen im Trinkwasser auftauchen ist also nur noch eine Frage der Zeit.

Ein wichtiger Meilenstein zum Schutz der Ressource Wasser hätte die Chemikalienverordnung REACH der EU sein können. Diese Verordnung sieht den Ersatz von hoch ökotoxischen Substanzen, wie sie in vielen Mitteln unseres alltäglichen Gebrauchs vorkommen, durch weniger giftige vor. Unter tatkräftiger Mithilfe von Bundesverbraucherschutzminister Seehofer und der chemischen Industrie wurde sie jedoch bis zur nahezu vollständigen Wirkungslosigkeit verstümmelt.

Eine Tagesexkursion zu gelungenen Beispielen von renaturierten Bächen veranstaltet der BUND Hessen am Samstag, den 01. 04. 2006. Treffpunkt ist um 1000 Uhr der Bahnhof von Bad Hersfeld. Gezeigt und erläutert werden von Dr. Reiner Cornelius, Beauftragter des BUND Hessen für das Grüne Band, an verschiedenen Standorten die Möglichkeiten und Folgen von gelungenen Wiederherstellungen.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse