30. März 2006

A 49-Planung erzeugt starken Widerstand in der Bevölkerung

A 49-Planung erzeugt starken Widerstand in der Bevölkerung

Schwalmstadt droht massive Verkehrsbelastung
Erörterungstermin zum Nordabschnitt deckt Planungsfehler auf

Pressemitteilung, 30. März 2006

Gegen die drohende Verkehrsbelastung von 16.000 Fahrzeugen täglich haben sich im gestrigen Erörterungstermin über 100 Bürgerinnen und Bürger in einem überfüllten Saal in Schwalmstadt-Treysa gewehrt. Der Termin bestätigte die Befürchtung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der bereits im Herbst auf die neu entstehenden Probleme durch den geplanten Nordabschnitt der A 49 von Bischhausen bis Schwalmstadt hingewiesen hatte.

BUND-Sprecher Stephan Henrich bemängelt die schlechte Organisation des Erörterungstermins, die dazu führte, dass nicht alle Betroffenen ihre Bedenken vortragen konnten. Er stellt fest, dass der Widerstand gegen den abschnittsweise geplanten und in großen Teilen noch unklaren Autobahnneubau deutlich zugenommen hat und ungewöhnliche viele private Einwender und insbesondere durch Landentzug betroffene Landwirte am Termin persönlich teilnahmen.

Es wurden nur unvollständige Planungsunterlagen diskutiert, wobei der gesamte naturschutzfachliche Komplex durch eine noch nicht abgeschlossene Planänderung nachträglich und abgetrennt verhandelt werden muss. Die Straßenbauverwaltung gestand außerdem ein, dass die verkehrlichen Planungsgrundlagen z.B. hinsichtlich des LKW-Aufkommens, der innerörtlichen Verkehrsauswirkungen und zur Rechtfertigung des Autobahnbaus teilweise aktualisiert und ergänzt werden müssen.

Offenkundig wurde bereits, dass die örtliche Verkehrsbelastung Schwalmstadts durch die A 49-Planung mit ihrer Anschlussstelle westlich von Treysa mit abschnittsweise bis zu 16.000 Fahrzeugen täglich unerträglich wird und es hierfür auch keine baulichen Lösungen z.B. als Ortsumgehung im Zuge der B 454 geben kann. Dieser Planungsfehler wird zu gewaltigen Konflikten in der Ortslage führen. Die A49 wird die Bevölkerung von Schwalmstadt massiv zusätzlich belasten. Rechtlich muss derzeit eine fehlerhafte Abschnittsbildung und eine fehlende Konfliktbewältigung bemängelt werden. Solange der Weiterbau der A49 nach Süden nicht gesichert ist, ist die Planfeststellung des Nordabschnitts der A49 nach Einschätzung des BUND Hessen nicht zulässig.

Der BUND fordert erneut, die Planung zur A49 einzustellen und alternativ die notwendigen Ortsumgehungen entlang des bestehenden Straßennetzes zu errichten.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse