21. Juni 2006

Bau der A380-Halle gerät zur Blamage

Bau der A380-Halle gerät zur Blamage
Konsequenzen für das Ausbauverfahren

Pressemitteilung, 21. Juni 2006

Fraport muss sich fragen lassen, weshalb der Spatenstich zum Bau der größten Wartungshalle so still und heimlich vonstatten ging. Erst wird bekannt, dass nur die halbe Halle gebaut wird und nun bestätigt sich endgültig, dass sich die Auslieferung des Airbus A380 um mindestens ein halbes Jahr verzögert. Zudem ist sehr fraglich, ob der Einsatz der A380 durch die sehr großen vorgeschriebenen Mindestabstände zum nachfliegenden Flugzeug wirtschaftlich sein wird. "Das Ganze ist eine einzige Blamage für die Fraport und die Lufthansa", so Vorstandssprecherin Brigitte Martin. Sie fordert Konsequenzen für das Ausbauverfahren: "Die Erweiterung des Flughafens über das bestehende Flughafengelände hinaus, ist nicht gerechtfertigt".

Die wenig aufsehenerregende Aktion hat ihren Grund: Die Meldungen der letzten Woche über weitere Verzögerungen bei der Auslieferung des A380 dürften die euphorische Stimmung der Flughafenplaner gedämpft haben. Es ist eine Farce: Mittlerweile werden auf dem Airbase-Gelände WM-Gäste empfangen und Parkplätze errichtet. "Der Wald ist übereilt und völlig umsonst gerodet worden", resümiert Vorstandssprecherin Brigitte Martin."Die Vegetationsperiode hätte noch ohne weiteres abgewartet werden können." Wo heute die neu asphaltierte Kreisstraße und das staubige Baufeld zu sehen sind, stand vor wenigen Monaten ein ökologisch wertvolles Waldstück, welches nach europäischen Naturschutzrecht geschützt und als Bannwald ausgewiesen war.

Der BUND hatte im Genehmigungsverfahren immer wieder vorgeschlagen, die Wartungshalle auf dem Gelände des freiwerdenden Airbase-Geländes zu errichten. Fraport hatte argumentiert, dass das Gelände nicht schnell genug zur Verfügung stünde und zu klein sei. Die schon während des Genehmigungs- und Gerichtsverfahrens absehbaren Auslieferungsschwierigkeiten werden durch die jüngsten Entwicklungen bestätigt.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Thomas Norgall (Naturschutzreferent)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse